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good-old-hifi März 2012
#1
Hallo alle,

heute eröffne ich den neuen Monatsthread mit einer Spezialaufgabe, die ich zu erfüllen hatte:
Unser Kunde, hatte eine ONKYO Endstufe, Modell M-5090, also die ganz große, die auch als M-200 oder M-5099 unterwegs ist, erstanden. Sie kam aus dem Hause Nubert im Schwäbischen, gehörte wohl einem Mitarbeiter dort. Der Erwerber hatte wohl deshalb Vertrauen und kaufte sie - zumal sie ja auch nach der Beschreibung komplett überholt worden war und die Beleuchtung auf LED umgestellt war. Leider stellte sich heraus, dass das mit der Beleuchtung nicht so gut aussah und zudem waren die großen Siebelekos, deren 30.000µF-Elkos zu gerne auslaufen (so war es bei dieser Endstufe auch), nur durch solche mit 10.000µF ersetzt worden.

Meine Aufgaben lauteten:
Elkos wieder in "passende" umbauen,
Lautsprechergruppen konnten nicht mehr 1 oder 2 angewählt werden, sondern nur noch 1 oder 1+2.
Beleuchtung so umbauen, dass es wieder "richtig" aussieht und bitte so, dass eine zweite, baugleiche Endstufe, die demnächst zu uns kommt, exakt gleich aussieht, denn die stehen beieinander.
Potis kratzen laut.
Klappe vorne unten ausgebrochen (auch so eine typische M-5090-Krankheit)
Das rechte Power-Meter zeigt ohne Signal etwas an.

Also ran ans Werk!

Als Ersatzkondensatoren wählte ich 22.000µF in 100V. Die Originalen haben zwar 30.000µF in 90V und messen dabei 63mm im Durchmesser bei einer Höhe von 105mm. Um das erneute Auslaufen zu verhindern ist eine höhere Spannungsfestigkeit notwendig, daher bekommt man als größtes "nur" 22.000µF, wenn sie noch hinein passen sollen. Die zuvor eingebauten 10.000µF in 100V von Siemens passten zwar prima, sind aber von der Kapazität her, einfach viel zu klein für ein M-5090. Ich habe ja bei 22.000µF schon ein schlechtes Gewissen...

[Bild: nOV0i.jpg]

Hier sind die neuen Elkos schon eingebaut, die sind übrigens schweineteuer, ich musste knapp 65 Euro pro Stück verlangen.

Die Lautsprechergruppen waren nicht mehr anwählbar, da hier Drahtbrücken eingebaut waren, die ich entfernt habe, zusätzlich wurden alle vier Relais erneuert.

Die Beleuchtung war sehr merkwürdig umgestaltet worden, nach der Devise: hier liegen 13 Volt an, also nehme man 7 Leuchtdioden in Reihe und schon hat man eine langlebige Ersatzbeleuchtung. Stimmt schon, sieht aber wirklch nicht aus. Also superhelle, aber breit streuende Pilot-LED's für 12 Volt zerlegt und diese innen grün gefärbt.

[Bild: h1GLi.jpg]

Unten original, oben mit grünem Lampoenfärbelack versehen. Es handelt sich hier nur um das Innenleben dieser Pilot-LED's.

[Bild: jsfHh.jpg]

Hier das fertige Ergebnis, oben die wieder montierten und innen gefärbten Pilot-LED's, schon verlötet - unten die Reihenschaltung von grünen Normal-LED's, wie es vorher war (geht garnicht!). Die Lampen, die man dort sieht blieben übrigens drin, denn leuchten nach jedem Einschalten nur etwa 3-4 Sekunden. Dann werden die Power-Meter in rot beleuchtet, wenn die Relais klicken, wechselt die Farbe dann auf grün - das sieht einfach richtig gut aus!
Die anderen LED's, die weiter unten punktförmige Anzeigen beleuchten, wurden auch mit LED's bestückt, die längliche Power-Anzeige mit mit einer Pilot-LED ohne den Mantel drumherum. Hauptsache war, dass es möglichst original ausssieht und nicht irgendwie gebastelt.

Das Ergebnis kann sich doch sehen lassen, oder?

[Bild: vS9jh.jpg]
[Bild: KZ5h0.jpg]
[Bild: 5nOLD.jpg]

Die Potis wurden ausgebaut, gründlich gereinigt und versiegelt.

Die Klappe, quer über das gesamte Gerät, war einseitig ausgebrochen, was leider bei diesen Endstufen häufiger passiert. Den abgebrochenen Stift aus Kunststoff habe ich durch eine Schraube ersetzt - das dürfte länger halten!

[Bild: kHcoQ.jpg]

Beide Power-Meter erhielten einen mechanischen und einen elektrischen Abgleich - so dass die Zeiger immer exakt auf 0,01 stehen, wenn kein Ton verstärkt wird.

[Bild: t0HKu.jpg]

Hier der Anblick der Platinen unten im Gerät. Oben rechts und links sind die vier neuen Relais zu erkennen.

[Bild: CfxZE.jpg]

Blick von oben ins geöffnete Gerät, die neuen Elkos fügen sich harmonisch ein.

[Bild: EnbH3.jpg]

So sieht das Gerät nun im Ganzen aus - eine fantastische Endstufe von 1982 mit satten 2 mal 350 Watt sinus an 4 Ohm und einem Gewicht von 31 kg. Die wird es noch lange machen!









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#2
eine tolle Fotostory und Arbeit wiedermals! ThumbsupThumbsupThumbsup


Gruß Jürgen

auch Ich hatte eine schwere Kindheit, bis zu meinem 5ten Lebensjahr dachte ich mein Name sei "NEIN!" Raucher


Anon Die Kunst des Fliegens besteht darin, sich auf den Boden zu schmeissen und diesen zu verfehlen. ( Douglas Adams ) ...

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#3
Höchst interessanter Bericht, bemerkenswerte LED-Lösung - sehr schön!
Danke Armin Thumbsup
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#4
Super Lösung Armin ! Thumbsup Danke
VG Ralf
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#5
Klasse Verstärker.Eine wirklich gut gelungene Reparatur. Der LED Umbau sieht Spitze aus.
Haben die kleineren Elko´s eigentlich Einfluss auf die Leistung ?
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#6
Nein, auf die Leistung nicht, aber auf die Wiedergabe, insbesondere bei tiefen Tönen.

Drinks
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#7
klasse gemacht Armin, Thumbsup

eine der besten Endstufen überhaupt wie ich finde...
Ich hatte sehr oft schon das Vergnügen die und mehrere andere dieses Kalibers zu sehen und zu hören.....

Hätte ich nur damals 1-2 Stück davon geholt/gekauft als ich noch "Beziehungen" hatte Dash1 Dash1 Dash1

Heute gehen die für nen "haufen Kohle" raus..... ich hätte sie im Neuzustand für gute 300-350€ das Stück haben können (vor ca. 3-4 Jahren) Flenne

Gratulation an dem Besitzer, der wird sich jetzt aber freuen.....

Der März fängt ja schon mal super an Dance3 Dance3 Dance3
.............Gruß Bruno Raucher Drinks

.........manchmal bin ich auf beiden Ohren blind..........
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#8
Einfach super, das Teil Teufelswerk - würde ich mir auch sofort zulegen, wenn die chronische Ebbe in der Hobbykasse endlich in eine kleine Flutwelle überschwappen würde Floet Lol1

Die Reparatur und der Bericht sind einfach wieder allererste Sahne, Armin Tatice Hi Vielen Dank für die Präsentation.
VGadaGaFdL
wessi-ossi
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#9
Genial, das ist einfach eine superbe Endstufe.

Die läuft bei mir auch als M-200, ein echtes Sahnestück.
Ich habe meine und die von einem Freund ebenfalls komplett
überarbeitet und stand vor dem gleichen Problem mit den Elkos.
Als letztendliche Toplösung, stellten sich auf einer eigenen
Halterung quermontierte Mundorf M-Lytic HC mit 33.000µF heraus.
Die passen quasi auf den Millimeter und garantieren einen absolut
zuverlässigen Betrieb.

[Bild: m200neu.jpg]

Bin froh, es letztendlich so gemacht zu haben (hatte vorher noch eine andere Lösung) und kann die Variante nur empfehlen.

Gruß und vielen Dank für's Zeigen dieses schönen Gerätes...

Drinks Chris
Klang, Qualität, Optik & Haptik
[-] 16 Mitglieder sagen Danke an Deckard für diesen Beitrag:
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#10
Was für Panzerschränke!!!
Beeindruckend - beide Varianten.

Leute, Ihr seid mir echt ans Herz gewachsen...
"He may look like an idiot and talk like an idiot but don't let that fool you. He really is an idiot." (Groucho Marx zugeschrieben)
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#11
... hm, wofür braucht eine Endstufe eingebaute Altölfässer... Denker

Auf jeden Fall ein tolles Prachtstück... Habt Dank für's Zeigen Armin und Deckard...
cu, Martin -

"Dat gifft in‘n Plattdüttschn keen Woort für „Flüchtlinge“, dat sün halt alles Lüüt, Menschen, Kinners, Olle, Froons- un Mannslüüt … So as Du!" (aus dem weltweiten Netz)

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#12
Schöne und sehr umfangreiche Arbeit, Armin! Danke für den ausführlichen Bericht!

Drinks
Grüße, Jan Drinks
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#13
(02.03.2012, 11:32)armin777 schrieb: Hallo alle,

Ich habe ja bei 22.000µF schon ein schlechtes Gewissen...

Könnten nicht diese hier passen? 33000µF bei 100V. 63.5mm Durchmesser. Höhe 105mm.

Klick mich!

Allerdings Lieferzeit 9 Wochen und mindesten 7 Stück. Und auch nicht ganz billig. Lipsrsealed2

Drinks



Grüße, Jan Drinks
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#14
140€ das Stück Jester

die haben echt den Popo offen Oldie Lipsrsealed2
.............Gruß Bruno Raucher Drinks

.........manchmal bin ich auf beiden Ohren blind..........
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#15
Und man braucht 4 Stück für diesen Onkyo, oder? Denker

Tease
Grüße, Jan Drinks
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#16
jep Jan, stell Dir vor.....Dash1
.............Gruß Bruno Raucher Drinks

.........manchmal bin ich auf beiden Ohren blind..........
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#17
Ja, das sind dann 560 Euro plus Versand - was kosten denn die Mundorf???

edit: habe es gegoogelt - die kosten 85,- Euro pro Stück.

Drinks
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#18
Ja, das ist eine schöne Lösung von Deckard, finde ich!

Drinks
Grüße, Jan Drinks
[-] 1 Mitglied sagt Danke an errorlogin für diesen Beitrag:
  • Deckard
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#19
Moin,

Hammer, da krieg ich doch glatt Smiley-dickhead ähh ich meine Herzrasen Raucher, wenn ich die Endstufe sehe.
Da fällt einem wirklich nicht viel zu ein (34 KG ??), Glückwunsch an jeden der sowas sein eigen nennt!

AtArmin
Mich hätte ja mal interessiert, wie die LED Beleuchtung im Dunkeln aussieht..Lipsrsealed2

Staunende Grüße

Mac Drinks
German Vintage HiFi
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#20
Geile Feile ... !!!


************

Thomas
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#21
Ich lese hier auch schon ne ganze Weile mit und habe mich nun entschlossen mich hier auch einmal zu registrieren.
Echt top was ihr (Armin und Lennart) und eure Holz- und Lackexperten alles auf die Beine stellt. Dass es bei der
Qualität der Arbeit genug Arbeit und eine Warteliste gibt wundert micht nicht Thumbsup
Auch wenns manchmal teuer wird (wie hier die Elkos), der Aufwand lohnt sich in jedem Fall. Diese Klassiker haben es mehr als verdient. Solch schöne Metallfronten vieler Receiver gibts heute (leider) nicht mehr neu, das ist einfach zeitlos elegant.

Zum Onkyo: Ich finde die M-5090 faszinierend und das geht sicher vielen so. Onkyo hat sicher nicht umsonst eine "Neuauflage" mit der M5000R versucht. Gibt es solche Power-Meter irgendwo als Bausatz (so schöne analoge ohne LEDs), oder muss man da einen Klassiker kaufen, der die an Bord hat ?

Inwiefern sind die Kapazitätsunterschiede der Siebelkos hörbar ? Hier haben die neuen nur etwa 2/3 der Originalkapazität, aber immerhin noch 4x22000uF. Könnten Unterschiede von 2x12000uF (A-8650) und 2x8700uF (TX-SR506) im Tiefton hörbar sein und ist letzerer damit nicht gnadenlos unterdimensioniert für 7 Endstufen (sorry wenn ich etwas offtopic bin Wink3 ) ?
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#22
Solche Fragen sind nicht gerade leicht zu beantworten! Die Kapazität der ungeregelten Netzteile muss man sich wie eine Drehmomentreserve bei einem Automotor vorstellen - wenn man in einem großen Gang bei niedrigen Drehzahlen Vollgas gibt, dann sollte noch etwas "passieren" - also das Auto beschleunigen. Beim Verstärker ist das auch so, wenn bei Bassimpulsen viel Leistung plötzlich gefordert wird, schieben die Elkos das nach, was das Netzteil normal nicht mehr hergibt. In diesem Augenblick können die Kapazitäten gar nicht groß genug sein...

Die Folge, wenn sie nicht ausreichen, sind schlaffe Bässe und Verzerrungen im Tieftonbereich.

Drinks
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#23
genau,

sehr gut "erklärt" Armin Thumbsup
.............Gruß Bruno Raucher Drinks

.........manchmal bin ich auf beiden Ohren blind..........
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#24
Welch ein ein Start in den Monat März. Die Onkyo Endstufe ist der absolute Knaller. Pray Armin
klasse gemacht! Thumbsup Danke fürs vorstellen und die Bilder. Thumbsup Glückwunsch an den
Besitzer zu diesen Sahneteil.


Drinks
Gruß Joachim

[Bild: ckhl0qrmsthv72sov.jpg][Bild: ckhkvco6rwofrbwlb.gif]
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#25
Ich will, ich will, ich will... auch so einen! Flenne
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