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Sony TA-1130 eine Küti-Revision
#1
Vor einiger Zeit lief mir dieser schöne Sony-Amp mit einem Tuner ST-5130 und einem Tapedeck TC-204 SD inklusive orginal Bedienungsanleitungen und Servicemanuals mehr oder weniger zufällig über den Weg. Optisch sind alle Geräte, abgesehen von den Gehäusedeckeln, recht gut erhalten.
Das Tape funktioniert, steht aber auf meiner Prio-Liste ganz hinten. Der Tuner geht auch, allerdings bleibt er komplett dunkel.

Als erstes kam natürlich der Verstärker dran. Innen etwas staubig, nur mimimale Kratzer auf der Front, Nikotinversiegelung, Powerlampe funktioniert und Geräusche kamen schon mal aus den Testtröten. Jegliche Regler- oder Schalterbetätigung konnte man kratzender und knackender Weise hören. Also obligatorische Poti- und Schalterkur. Potis hat er nur für Volume und Balance, Bässe und Höhen werden über Drehschalter mit Widerständen angehoben oder gesenkt.
Drehschalter hat er reichlich....

[Bild: 01a6u70.jpg]



Also die Drehschalter und ich werden nie beste Freunde. Sie waren alle ausnahmslos versifft. Dieser auf dem Foto war nicht der schlimmste, vermutlich wurden die schon einmal "behandelt".
Insgesamt war das für mich als gemeinen, werkstattlosen Kütiba schon eine große Herausforderung. Der ständige Transport zwischen Küti und Lagerplatz hat es nicht wirklich besser gemacht. So mancher Draht ist durchs Ein- und Auslagern abgebrochen.

[Bild: 03xpu9q.jpg]



Nach der Reinigung und Politur wurden sie noch mit Kontaktfett versiegelt und wieder zusammengebaut.

[Bild: 04kouti.jpg]



Sehr viel weitergeholfen hat mir das orginale Servicemanual, da an dem Gerät einige Änderungen vorgenommen wurden, die zwar nicht im Schaltplan eingezeichnet, aber immerhin schriftlich vermerkt waren.
Alle Änderungen habe ich wieder Rückgängig gemacht, abgesehen von dem Umbau des Aux3-Eingangs von Klinke auf Din, da das Loch aufgebohrt wurde.


[Bild: 02qeut5.jpg]



Die Netzteilplatine von vorne...

[Bild: 05p4u47.jpg]



...und von hinten.


[Bild: 06mruhj.jpg]



Die Endstufenplatine von hinten.


[Bild: 072sump.jpg]


Als ich diesen Drahtverhau sah habe ich beschlossen, dass ich dort nie wieder ran möchte, und habe entgegen meines ursprünglichen Planes doch die Kondensatoren auf diesen beiden Platinen getauscht. Auf dem Vorverstärker blieb alles orginal. Die Trimmer sahen auch nicht mehr gut aus und wurden gleich mitgewechselt. Da ich keine mit passendem Rastermaß bekam, wurden Adapterplatinchen gebastelt.

[Bild: 09tzup9.jpg]



Ein ESR-Meßgerät habe ich nicht, habe aber bei allen Kondensatoren mal interessehalber die Kapazität mit zwei verschiedenen, kalibrierten Multimeter auf der Arbeit nachgemessen. Alle bis auf einen hatten eine wesentlich größere Abweichung vom Nennwert, teilwese über 50% mehr.
[Bild: 08qduaw.jpg]



An den Cinch-Buchsen auf der linken Seite sieht man noch eine Leitung vom Umbau eines Vorbesitzers


[Bild: 10c7ufr.jpg]



Nach dem Zusammenbau wurden noch Spannungsversorgung, DC-Bias und -Balance eingestellt.

[Bild: 11f5uvz.jpg]



Die Anschlüsse für die Lautsprecher finde ich richtig schick, aber so richtig warm werde ich mit denen nicht. Eventuell tausche ich sie noch.
Die Netzspannung wurde natürlich schon direkt nach dem Kauf auf 240V umgesteckt.


[Bild: 123hunp.jpg]



2 Phono MM Eingänge, Tuner, Tape, Aux1, Aux2 und noch einen Aux3 auf der Front. Mehr als ausreichend für mich.


[Bild: 13aquh3.jpg]



Die geputzte Front. Gravierte Schrift, massive Knöppe.


[Bild: 1477ur8.jpg]

[Bild: 16osu1x.jpg]



Am Wochenende lief er erst mal über mehrere Stunden, ohne das es einen Zimmerbrand gab. Der Amp entwickelt im Betrieb sehr wenig Wärme.


[Bild: 15c1uff.jpg]

Mittlerweile ist er wieder abgebaut und ich muss leider auch noch mal ran. Die zwei Kanäle des Lautstärkepotis haben leider sehr unterschiedliche Widerstandswerte, der linke Kanal ist bei Mittelstellung der Balance hörbar lauter.

Btw, Schokolade lässt sich von ihm auch wieder abwaschen.

[Bild: 17eguq1.jpg]


Gruß, Ralf
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#2
Mann, was für ein Drahtverhau! Niemals nicht würde ich da rangehen... Raucher

Gruß aus Stadthagen
Holger
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  • Ralph
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#3
Ob ein Multimeter zur Bestimmung von 10, 20 , oder auch 50 % Toleranz nun kalibriert sein muss, ist ...naja..... "Auslegungssache". Lol1
Mein OT-Interesse wären vielmehr die im Kapazitätsbereich kalibrierfähigen Multimeter.....Welcher Geräte waren das?
Gruß
scope
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#4
Atscope

Das muss es natürlich nicht, da habe ich mich etwas unbedacht ausgedrückt. Kalibriert werden unsere Messgeräte tatsächlich, aber wahrscheinlich nicht die Kapazitätsmessung. Ich gebe das Ding einmal im Jahr ab und bekomme es dann ein paar Tage später wieder. Das Prüfprotokoll bleibt beim Chef und ich habe es mir noch nie genau angeschaut, weil es mich nicht wirklich interessiert, es ist für mich nur ein Werkzeug. Falls es zu ungenau ist wird es vermutlich justiert, geht gar nichts mehr wird es ausgetauscht.
Ich habe auch noch nie beruflich eine Kapazität messen müssen. Ich benutze es eigentlich nur für den mA- und mV-Bereich. Der nachkommabereich ist manchmal nicht unwichtig für mich.
Ach so, bei dem Meinigen handelt es sich um ein Gossen Metrawatt Metrahit...irgendwas, auswendig weiss ich es nicht, da sich meine Affinität für Messgeräte in Grenzen hält. Das andere hatte ich von einem Kollegen geliehen und das war eins von Fluke. Falls du immer noch die genaue Typenbezeichnung haben willst, kann ich sie dir gerne nennen, aber es wird noch ein wenig dauern, da ich erst wieder in zwei Wochen arbeiten gehe.Tatice

Aber mal wieder on T:

Abgesehen vom Sinn oder Unsinn.... die Kondensatoren habe ich ja nur prophylaktisch getauscht, weil die Kiste eh offen war und damit ich in den hoffentlich nächsten 30 Jahren dort nicht noch einmal dran muss. Ich habe da als HifiHobby-Kütiba zu wenig Ahnung um es richtig beurteilen zu können, war nur halt sehr erstaunt wenn z.B. ein 47µF Kondensator laut Messgerät 73µF hat, das ist ja schon eine ordentliche Schippe mehr. Falls sie "platt" wären, jetzt mal unabhängig vom ESR, hätte sich vermutlich die Kapazität doch eher verringert, oder?
Die alle aus Neugierde gemessenen neuen Kondensatoren, waren im "grünen Bereich"


Atxs500

Sericemanual, viele Fotos mit der Digicam und ein Bastelbier verleihen den nötigen Mut.


Gruß, Ralf
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#5
Wenn du möchtest, kann ich bei Gelegenheit einige der ausgebauten Kondensatoren bei 100Hz nachmessen. Wir wollten uns ja eh mal treffen...


Die Kapazität nimmt mit der Alterung erstmal allmählich zu, um dann sehr schnell zusammenzubrechen. Deine Messergebnisse scheinen mir daher erstmal plausibel.

Gruß

Jürgen

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#6
Hey Jürgen,

Danke schön, du hast eine PN.

Gruß, Ralf.
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#7
Es hat ja nur 1 3/4 Jahre gedauert, aber es ging mal weiter.
Mein Poti-Problem ist immer noch nicht gelöst, aber dafür gibt es ja den Balanceregler. Was mich an dem Sony genervt hat war der Knacks beim Ein- bzw. Ausschalten. Er kam nicht immer, trotzdem für mich ein NO GO.



Der Power-Schalter besteht aus zwei Tastern mit Wechselkontakt, die mechanisch bedingt, gegenläufig belegt sind. Der obere Taster wanderte nach unten und umgekehrt, damit ändert sich die Wirkweise der Taster und die bisher unbenutzten und unverschlissenen Kontakte werden jetzt verwendet.
Das Bild ist noch vor dem Umbau.

[Bild: img_6730g8kqv.jpg]





RC-Glieder angelötet, alles berührungssicher isoliert und wieder zusammengebaut.
Die RC-Glieder (100Ohm, 100nF, X2) lagen schon seit über einem Jahr hier rum.

[Bild: img_67322jj3i.jpg]





Das Knacksen ist Geschichte, der AVR weggepackt und das Wohnzimmer wird wieder von einem Vintage-Amp beschallt

[Bild: img_673748kbv.jpg]

[Bild: img_67401uk21.jpg]




Als Nächstes kommt der Tuner dran, mal schauen, wann ich für den Zeit habe.

Hi Ralf
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#8
Thumbsup
uhuhuu...dark meditation....

Die Sonne scheint immer©
^ischreschminimiauf, isch... ^
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#9
Cooles Highboard  Thumbsup
"Autofocus has ruined quality"
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#10
Danke schön Kimi.
Das Highboard ist ein altes Vertiko. Das gab es früher oft für kleines Geld auf'm Flohmarkt. Für mich ist das mit der Höhe absolut praktisch, weil es so noch ein paar Jahre dauert, bis das Töchterlein an den Plattenspieler rankommt.
Vielleicht muss ich den mal im Bastelfred vorstellen. Das Vertiko ist mit Abstand an der Wand angedübelt, damit der Schwabbel-Thorens nicht ausflippt, wenn man über den Altbauboden läuft und innen geschwärzt. Es wurden noch ein paar Luftlöcher reingebohrt, die Rückwand wurde verstärkt und mit einem Schwenkarm eine Glotze reingebaut. Der Cd-Player hat im Schrank auch seinen Platz gefunden.
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#11
Ralph, was sind das für Tröten, selbstgebaut? Visaton?
[Bild: logohev2u4jv7.jpg] [Bild: ls2x8jno.jpg]
Wenn Millionen von Menschen etwas Dummes sagen, bleibt es dennoch eine Dummheit. Floet
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#12
Yep, Visaton Vox200 Light.
Habe ich mir vor ca. 11 Jahren zusammengedengelt. Dazu gab es noch eine Aria2 und ein Pärchen Aria, alles in der Light-Version, für's damalige Heimkino.
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#13
Eine kleine Kleinigkeit gab es an dem Sony noch zu bereinigen. Nach dem Einschalten gab es nach nicht ganz 4 Sekunden einen ganz leichten Plopp aus den Lautsprechern den ich auf Dauer nicht ignorieren konnte. Vor knapp zwei Jahren habe ich ein paar Elkos erneuert, auch den C991 aus der Muting Section.

[Bild: img_67968wk51.jpg]

Anscheinend waren die 150µF etwas unterdimensioniert. Die Leitungen am Muting Board waren lang genug um nicht den halben Drahtverhau demontieren zu müssen, die Platine ließ sich gut ausbauen, 220µF hatte ich noch rumliegen.

[Bild: img_6792lik57.jpg]

Ploppen ist weg.
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