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Luxman L-114 Vollverstärker
#1
Der Beitrag beschreibt keine Reparatur, sondern vielmehr eine Untersuchung, die Alterungsprobleme aufdecken soll. Mit anderen Worten....Wieder mal Elkos. Drinks
Elkos sind in der Szene bei Reparierern wie Modifizierern gleichermaßen beliebt und dominieren eigentlich ...."alles".
Wie auch immer. Bevor dieser Mini-Luxman den Besitzer wechselt, habe ich gerade eben aus Interesse ein paar Messungen an dem Gerät durchgeführt. Außerdem wurden die Elkos untersucht.
Der Datecode des Transformators gibt Hinweise auf das Baujahr des Luxman . Der Transformator wurde 05/81 hergestellt, und lange lagen die Trafos wohl nicht herum.

Ein Blockschaltbild auf der Platine sieht man übrigens nicht jeden Tag Wink3


[Bild: 1.jpg]


Der Ruhestrom war auf beiden Kanälen  mit ca 20 mA  etwas zu gering eingestellt. 50 mA sollen es sein.  Auf den "Klang" hätte das aber keinen Einfluß gehabt.

Ein Blick auf das Netzteil der Phonostufe. Eine Einweggleichrichtung, ein CRC Filter, und ein Längsregler. Das reicht vollkommen aus, um die Phonostufe brummfrei zu betreiben. Da es immerhin 42 Volt sind,  dürfte die Übersteuerungsfestigkeit absolut OK sein....Dazu später mehr.

[Bild: Clip0002.jpg]
[Bild: 2.jpg]


C307 , 308 und 309 sind mittlerweile fast 40 Jahre alt. Ich habe sie vorerst im Gerät belassen, und mir die "spektrale Reinheit" der Spannung "-B2" (also -42Volt) angesehen.
Unter Realbedingungen mit der Belastung, die auch im Normalbetrieb vorhanden ist.

Das sieht dann so aus:
Da es sich hier um eine Einweggleichrichtung handelt, dominiert die 50 Hz Komponente bei -78,5 dBV

[Bild: orig.jpg]

Zum Vergleich drei fabrikfrische Fujicon 105° Elkos, direkt vom Gurt. BC Components 100µ/100V übrigens mit fast identischem Ergebnis.
Etwa ein dB Differenz (schlechter Wink3 ), was aber durchaus im Bereich der Meß (un) genauigkeit liegt. Die Messungen habe ich zwar mehrmals mit vergleichbarem Unterschied zur Altware durchgeführt, aber die Differenz liegt allenfalls in "akademischen" Bereichen.  Drum habe ich die neuen natürlich auch im Gerät gelassen.

[Bild: new.jpg]
[Bild: 3.jpg]


Der originale 100µF/50V Rubycon, fast 40 Jahre alt:
[Bild: 4.jpg]

Und einer der Fujicons 100µ/68V. Ich habe nur einen vermessen. Es könnte gut sein, dass die anderen beiden noch ein paar µF weniger erreichen.
[Bild: 5.jpg]

Wenn man Pech hat, kann man auch sowas erwischen....Das ist ein nagelneuer 100µ/68V Elko von XXXXX (vergessen)
[Bild: 6.jpg]


Stichproben der kleinen Elkos (22µF etc) ergaben 100%ige Kapazitäten. Das ist Qualität Thumbsup  Lediglich die beiden großen Elnas sind von den gestempelten 6800µF auf 5800 runter.
Der ESR ist mit ca. 30 mOhm für einen Elko aus dieser Zeit aber immer noch "gut". Als Hausnummer für einen modernen, hochwertigen 10000 µF Elko kann man von etwa 10 bis 12 mOhm At100Hz ausgehen.


Ein paar Messungen am Gerät:

[Bild: lux.jpg]

Alles (ausser Phono) über Hochpegel AUX.

FFT 1KHz, 1W , 8R, L&R
Ich gehe davon aus, dass man in diesem Fall vielleicht ein paar dB weniger Ripple durch zwei nagelneue 6800er erreichen könnte. Die 100Hz Komponente dominiert THD&N. Das würde sie bei dieser Messung aber auch mit Neuteilen weiterhin tun. THD liegt bei 0,008%

[/url][url=https://postimages.org/][Bild: lu1.jpg]
Frequenzgang 1W in 8R , L &R. Lautstärkeregler in Pos 1 Uhr. Die Differenz von 0,3 dB erhöht sich durch das Potentiometer in Bereichen um 10 Uhr auf bis zu 1 dB.
Das ist bei preiswerten Lautstärkereglern (leider) normal. Curor nicht beachten....Den habe ich vergessen.
[Bild: lu2.jpg]

2 x 68W, 1% THD , 8R bcd.

[Bild: lu4.jpg]
Phono Übersteuerungsreserve , 1KHz, L&R. Erst  um 180 mV steigen die Verzerrungen stark an. Völlig ausreichend.......Sogar schon vorbildlich Thumbsup

[Bild: lu8.jpg]

Entzerrung L &R über Tape rec , ohne Subsonic, obwohl bereits unten gefiltert wird.  Die Abweichungen sind gering. Die Eingangskapazität beträgt 50 pF !
[Bild: lu9.jpg]

FFT Phono , 1 KHz , 10 mV über Tape rec.

[Bild: lu10.jpg]

Zum Schluß noch die Ausgangsimpedanz der Endstufen. Die Werkangaben erreiche ich  nicht, obwohl ich die Spannung sogar direkt -im- Gerät abgegriffen habe. Der Prospektwert (DF80) ist aufgrund der dünnen Innenverkabelung, und der "schlappen" Lautsprecherschalter auch schwer erreichbar. Ein Relais oder eine Schutzschaltung gibt es hier übrigens nicht.

[Bild: 7.jpg]

[Bild: damp.jpg]
Gruß
scope
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#2
Ein wunderbar funktionierendes Altgerät. Finger weg, Musik rein und geniessen.
Nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.
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  • gogosch
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#3
Klasse Beitrag!
Eine Sicherung im LS-Zweig ist nicht vorhanden?
Würde natürlich weiter die Impedanz erhöhen.
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#4
Keine Sicherung, nur die beiden Schalter für LS A oder B.
Gruß
scope
[-] 1 Mitglied sagt Danke an scope für diesen Beitrag:
  • timundstruppi
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#5
Nachtrag:
Da ich am Wochenende einen kleinen Posten neuer  6800µF/50V Markenelkos bekommen habe, wurden die beiden Elnas mit leichtem Kapazitätsverlust nach fast 40 Jahren ausgewechselt. Nicht weil es nötifg ist, sondern um festzustellen, ob die Netzstöreinflüsse am Lautsprecherausgang dadurch reduziert werden können.
Bei solchen Versuchen  gibt es mitunter  Ergebnisse, die man nicht erwartet hätte.

OT:
An einem HP Synthesizer Level-Generator wollte ich vor geraumer Zeit die Netzstöreinflüsse am Ausgang weiter reduzieren. Da die Kondensatoren im Netzteil über 45 Jahre alt waren, habe ich mit Kapazität und ESR "gespielt" um letztendlich zu erkennen, dass man die Situation -sehr leicht- verschlechtern, aber ohne Schaltungsänderung eigentlich nicht mehr verbessern kann. HP oder Spraque Elkos sind nach 45 Jahren übrigens nur selten auffällig. Am Ende habe ich alles so belassen wie es war. Das Gerät gibt -so- halt nicht mehr her.
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Die beiden Elnas erreichten At100Hz etwa 5800 µF und einen ESR um 28 Milliohm. Das ist ein guter Wert, wenn man bedenkt, dass manche Hersteller für so einen Elko bis zu 80 mohm ins Datenblatt schreiben, obwohl das in der Praxis deutlich unterboten wird. Es sind halt garantierte Mindestwerte.

http://www.vishay.com/docs/28337/156pumsi.pdf

Die  neuen (nos) Elkos erreichen die Werte aber ebenfalls nicht. 6400 µF und immerhin 30 milliohm At100Hz werden gemessen.

Hier das Ergebnis nach je 30 Minuten Laufzeit.  Der Verstärker liefert auf beiden Kanälen je 1W (1KHz)  in eine 8 Ohm Last.
Die Original Elnas:

[Bild: ori.jpg]

Und die  ungebrauchte Neuware (Markenware)
[Bild: new.jpg]
Kaum eine Veränderung (nur 2 dB) . Auch der über den Abhörlautsprecher um gut 60 dB verstärkte Netzbrumm ist gleich geblieben. Thumbsup 
Natürlich kann der Verschleiss auch anders (also stärker) ausfallen. Das kann man ohne Ausbau von Teilen in wenigen Minuten ausmessen.
Gruß
scope
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