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Tips gesucht Holzproblem
#51
Ob und warum sich ein Furnier löst hängt allem Anschein ja zunächst vom verwendeten Leim ab. Als es noch keine Zelluloseester (und später Kunstharzleime) als Bindemittel gab griff man ja hauptsächlich auf Heissleim (~Knochenleim) zurück. Die Furniere wurden also "aufgebügelt" und der Leim war so gut wie gar nicht wasserfest. Hier sollte man sicher zurückhaltend sein mit dieser beschriebenen Methode, denn durch Wärme +Wsser(dampf) könnten flächige Furnierablösungen entstehen, die sich nicht eben mal wieder dranbügeln lassen....
Nochmal zu Franks "Schellack-niemals!" - statement. Schellack ist nichts anderes als ein Naturharz, welches in Weingeist aufgelöst wird. Man kann ihn beliebig spritzen, streichen oder eben mit dem Ballen auftragen. Jedoch nur mit letzterer Methode ist es möglich, eine hochglänzende absolut glatte transparente Schellackschicht (genau genommen unzählige Schichten) aufzubringen, um die sogenannte Politur zu erzielen...und kein einfaches Handwerk, sondern eine Kunst. Hierzu brauchts aber entsprechendes Porenfreies Holz, einen warmen sauberen Raum, viel Zeit, viel Geduld und vor allem viel Ahnung, was die Hilfsmittel angeht (also nix für mich)
Trotzdem kann man problemlos auch Fichte etc, oder extrem porige Eiche usw, mit Schellack(lösung) lackieren (Pinsel) und erhält immerhin eine glänzende Oberfläche, naja vielleicht "seidenglänzend".
Nun mussten ja auch im Barock, Biedermeier und der Gründerzeit usw Teile "lackiert" werden, die nicht polierbar waren, etwa Ornamente, Schnitzereien, Säulen und ähnliche Strukturen. Hier musste man auch Schellack nehmen, den es gab ja nix anderes. Dann kam der Petersburger Lack zum Einsatz, eine besonders "körperreiche" Lösung des Harzes, quasi "konzentriert" und je nach Kunstfertigkeit des Herstellers oder Anwenders mit weiteren natürlichen Harzen versehen, also Kopale und einige andere...
Ich persönlich mag Schellack als einfaches weitgehend farbloses Anstrichmittel für Innen, denn er ist
- schnell (trocken) und einfach anzuwenden
- billig und ergiebig
- unbegrenzt haltbar
- vollkommen ungiftig
- und macht irgendwie Spass, denn er ist einfach "natürlich"....

----------------

Zu jagcats Box - er hatte ja einfach das nächstbeste Lösungsmittel, namentlich Bremsenreiniger, genommen, also eine Mischung hochflüchtiger Benzine (Leicht- und Waschbenzin). Ich habe noch nie von einem Lack gehört, der auf dem Lösungsmittel Benzin aufbaut. Jagcat hätte nur Nitro nehmen mussen, dann wären diese Blindstellen nicht entstanden, glaube ich. Ich würde das nochmal versuchen. Denn die "Richtung" hatte ja schon gestimmt, und die Sache ist noch nicht endgültig verhunzt. Und dann mal mit Lack ne Probe machen, wie sich die helle Stelle verhält, im Vergleich zum Rest.
A thousand of the troopers are now lined up and are calling to the monster...Here fido Here Fido Here Fido
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#52
Ab wann wurde denn das Furnier mit richtigem Kleber aufgebracht? Bei der von mir behandelten Box handelt es sich um eine JBL 4310, also Bj 1970 +-2. Da wurde bestimmt noch mit Weissleim gearbeitet. Was meint ihr zu meinem Argument mit dem Nassschliff?

Meiner Meinung nach sind die wenigen Tropfen Wasser komplett vernachlässigbar. Die Box steht nun nach der Behandlung seit 4 Jahren hier und es hat sich kein Funier abgelöst.

Gruß

Jürgen

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  • Gorm
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#53
Zwar seltsam formuliert, aber ne interessante Frage, mit welchen Klebern in den 70ern die Furniere angebracht wurden.
Buchheister (ca1920) kannte nur den erwähnten organischen Leim, aus Knochen, Knorpeln und Häuten gekocht, wobei die "klebereiweisse" recht genau der heutigen Gelatine entsprechen.
Das "Lexikon der Anstrichtechnik" benannte 1965 "weissen Tischlerleim" als wässrige Dispersion von Polyvinylacetat (nicht wasserlöslich, aber wasserquellbar)
und weiter Kunstharzleime aus Harnstoff- Phenol oder Melaminharzen, diese als "unlöslich, unquellbar, unschmelzbar, aber auch spröde".
Gefühlsmässig würde ich bei unseren Vintage-Geräten auf letztere tippen...aber vielleicht weiss das ja mal jemand, der schon zu diesen Zeiten in der Produktion tätig war?
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#54
(01.10.2019, 07:29)bikehomero schrieb: ...Beim Nassschliff wird mit mehr Wasser gearbeitet und der geht doch auch. Hab das nun schon öfters auf furnierten Flächen gemacht...
 
Hallo,
 was meinst Du mit "Nassschliff" ?

VG
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#55
Schliff mit nassem Schleifpapier LOL

Gruß

Jürgen

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#56
Bei den Fragen zu den Furnierleimen sollte man vielleicht zunächst unterscheiden ob man heiß oder kalt furnieren möchte.
Die meisten Heimanwender werden mit Weißleim zwischen ein paar Zulagen kalt pressen.
Solange ich denken kann ( und das umfaßt nicht nur meine Arbeitsphase sondern schon die "Schnupperkurse" als Kind in der Tischlerei meines Vaters) hat sich das Heiß-Furnieren bei gewerblicher Anwendung in entsprechenden "amtlichen" Pressen durchgesetzt. Zum Einen weil man hier schnell arbeiten kann (der aktuell von mir eingesetzte Leim verlangt nach einer Presszeit von 4Minuten bei 90°Temperatur), zum Anderen weil die kristallisierenden Leime beim Thema Durchschlag deutlich besser zu handhaben sind und in den Pressen ein gleichmäßiger und steuerbar, wiedrholgenauer Druck über die gesamte Fläche ausgeübt werden kann. Bei kritischen Furnierarten sind die Ergebnisse beim Furnieren mit Weißleim(kalt verleimt, auch da die Weißleime keine höheren Temperaturen vertragen) aus meiner Sicht immer mangelhaft, manchmal sicher auch erträglich aber eventuell doch mit deutlich aufwendigerer Nacharbeit vor der Oberflächenbehandlung verbunden. Dem "Heimanwender" bleibt natürlich nichts anderes übrig als dies in Kauf zu nehmen...
Das ist eine pauschale Ausssage... es lassen sich sicher immer mal gute und schlechte Ergebnisse aller Anwendungsarten finden. Da beim Furnieren aber viele Faktoren eine Rolle spielen ist es aus meiner Sicht nicht möglich per Ferndiagnose ein Patentrezept auszuloben.

schönen Tag
Andreas
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#57
Die Bügelmethode ist recht easy und man erzielt gute Ergebnisse.
Vorteil : man spart sich dutzende Zulagen und Schraubzwingen.
"Autofocus has ruined quality"
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#58
(02.10.2019, 06:41)bikehomero schrieb: Schliff mit nassem Schleifpapier  LOL

Lol1
Hehe...warum macht man das? 
Holz nass schleifen macht doch keinen Sinn...außer man möchte einen bestimmten "Effekt" erzielen.
Man schleift doch mit Körnung XXX trocken, dann kann ich Wasser ins Spiel bringen und wässere die Oberfläche...lass dies trocknen und schleife nochmals trocken mit feinerer Körnung nach.

VG
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#59
Ja, hätte ich auch genauer schreiben können. In dem Fall wollte ich eine hochglänzenden Oberfläche mittels mehrfachem Ölauftrag generieren (siehe Foto). Aber auch das Wässern zum Aufstellen der Fasern benötigt viel mehr Wasser als die wenigen Tropfen fürs Bügeleisen.


[Bild: DSC01576-1.jpg]

Gruß

Jürgen

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#60
Da das Thema jetzt schon ausgereizt zu sein scheint traue ich mich mal mit einer kleinen, vermutlich einfach zu beantwortenden Frage dazwischen: womit und wie reinigt ihr Furniere bzw. Echtholzoberflächen? Aktuell sind das bei mir die Telefunken Acusta aus ca. 1970 (in Holzzargen) und Lautsprecher Yamaha NS-690.

Ich gehe davon aus, dass die Oberflächenbehandlung/das Finish hier bedeutend ist. Da ich aber kein Holzfachmann bin, kann ich das nicht einschätzen.

Was kann ich bedenkenlos nehmen, um alte Fett- oder auch Nikotinrückstände zu entfernen? Milde Seifenlauge? Spülmittel? Bref wohl besser nicht? Nass oder besser feucht, und dafür häufig drüber gehen?  Denker
                                                                   . . .  u n d   i r g e n d w a n n   w i r d   s i e   s t e h e n ,   m e i n e   w a l l   o f   s o u n d . . .
                         [Bild: 36065490ts.jpg]
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#61
Spüli mit Heisswasser mit Schwamm nicht zu nass wenn lackiert ist.Schnell trocken wischen.
Wenn trocken ist Möbelpflege dünn auftragen.
Grüße aus Hamburg
[-] 1 Mitglied sagt Danke an vincent1958 für diesen Beitrag:
  • Lass_mal_hören
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