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ITT 8033 Receiver: Brauche Hilfe beim Überlastungsschutz
#1
Hallo zusammen,

ich bin vor einiger Zeit von einem Freund gefragt worden, ob ich mir mal einen ITT 8033 Receiver anschauen könnte. Seine Aussage war: Lautsprecher verzerrt, Relais spinnt. 

Nachdem ich kurz recherchiert hatte und ein Ersatzrelais noch verfügbar war, habe ich spontan zugesagt denn ich dachte es wäre nur ein kleines Problem. Leider habe ich mich getäuscht. Zunächst einmal ein Ausschnitt vom Schaltplan, damit klarer wird wovon ich rede. Es zeigt einen Kanal der Endstufe und die Überlastungsschutz-Schaltung rechts unten:

[Bild: Bildschirmfoto-2019-09-29-um-17-56-11.jpg]
Ich habe also das Relais K801 und die Schutzdiode D803 gleich mit getauscht. Ergebnis war wieder ein klarer Klang auf beiden Kanälen, jedoch flatterte das neue Relais (wie das alte auch) mehrere Male pro Minute und unterbrach die Lautsprecher. Also Kontaktproblem gelöst aber der Receiver hatte noch einen Fehler. Mist  Denker

Der Überlastungsschutz ist m. E. ein Schmitt-Trigger und so habe ich mal von dort ausgehend alle Lötstellen und Spannungen kontrolliert, konnte aber keine Fehler bzw. Abweichungen feststellen. Auch C803, R810 und 2SA697 laut Komponententester unauffällig. Also bin ich mal von der Annahme ausgegangen der Überlastungsschutz sei "ok" und habe mich den Endstufen zugewendet. 
Dort waren auch alle angegeben Spannungen ok und ich habe dann einen Ruhestromabgleich nach SM durchgeführt. Der Effekt ist nun dass die Situation viel besser ist, aber nicht ganz weg. Und da beginnt nun mein eigentliches Problem, der Fehler tritt so selten auf, das ich nicht weiter weiss, wie ich ihn messen bzw. beheben kann. Sad2

Effekt: Ich schalte den Verstärker ein, höre gemütlich Radio (oder CD, Input egal) und er läuft erst mal ca. 20min völlig unauffällig. Spannungen alle ok, unter anderem auch die -31,5V am Basis von Q104, dann unterbricht das Relais auf einmal und bis ich auf die Multimeter schaue ist wieder alles unauffällig. Und dann warte ich wieder und wieder just dann, wenn ich unaufmerksam werde, passiert es erneut. Ich denke schon, er ärgert mich. So habe ich nun schon mehrere Musikabende verbracht, der Fehler scheint nun zufällig und nicht reproduzierbar so über den Daumen viermal die Stunde Flenne 

Erste Frage, eine Verständnisfrage: Es werden pro Kanal über R578 und R598 je zwei Parameter überprüft (Kanal 2 kommt über Punkt D und E rein) und aufsummiert auf die Basis von Q804 gegeben. Was genau wird hier letztendlich überprüft und wie kommt dann die Summenspannung von -31,5V zustande? Was passiert bei einer Abweichung? 

Wie baue ich nun mein Setup um, um entweder den Fehler reproduzierbar zu machen oder die vier Messgrößen zu reduzieren bzw. isolieren, dass ich sie einzeln ausschließen kann? Sinus im Input drauf? Nur einen Kanal mit Last fahren? Die "Eingangswiderstände" (R478, R498, R578 und R598) einzeln rauslöten und schauen was passiert?

Oder geht es einfacher? Oder mit Kanonen schießen und ein 4 Kanal DSP nehmen, alle Spannungen messen und den Trigger so einstellen, dass wenigstens bei einem Ereignis die Spannungen aufgezeichnet werden? Übersehe ich etwas, z.B. notorische Schwachstellen? Stumpf weitere Bauteile tauschen? 
Ich wäre über jeden Tip bzw. Hilfe dankbar. Ich möchte die Kiste vom Tisch haben, denn mittlerweile ist auch noch das Skalenseil gerissen Dash1 . Aber das ist eine andere Geschichte........

Etwas ratlos  Sad2

Grüße Michael
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#2
Möglicherweise macht es Sinn, an die Ausgänge der Endstufen jeweils ein Messgerät anzuschließen und
die Gleichspannung zu beobachten. Wenn die zu hoch
wird (größer 100mV), wird die Protektion auslössen.
Ursache könnte der Doppeltransistor am Eingang sein. 

Gruss Luminary
Die meisten tun was sie können, nur die wenigsten können was sie tun!
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#3
Zitat:Es werden pro Kanal über R578 und R598 je zwei Parameter überprüft (Kanal 2 kommt über Punkt D und E rein) und aufsummiert auf die Basis von Q804 gegeben. Was genau wird hier letztendlich überprüft und wie kommt dann die Summenspannung von -31,5V zustande?
2c:
- über R578 und den vorgeschalteten Trs. wird bei Überschreiten eines best. Kollektorstrom der Endtrs. über den Spannungsabfall von deren Emitterwiderstände die Leistung der Endstufe begrenzt
- über R598 wird die Ausgangsspannung auf 0VDC überwacht, d.h. im Fehlerfall vor LS-Schaden abgeschaltet
- -31,5V ist die neg. Railspannung, etwas ungünstig angezeichnet und hat nix mit der Prot. zu tun

Drinks
Last exit OFF ... und so knattern die Gevattern! [Bild: icon_e_sad.gif]
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#4
mal die paar Elkos in der Schutzschaltung prüfen Oldie
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#5
Hallo zusammen,

Vielen Dank für eure Antworten. Die Elkos in der Schutzschaltung hatte ich schon getauscht und so habe ich mal wieder angefangen zu messen: 

[Bild: ITT-Hi-Fi-8033-Messung-01.jpg]

Zunächst habe ich noch einmal den Ruhestrom der Endstufen abgeglichen und den Gleichstrom an den Ausgängen überprüft. Konstant ca. 3mV auf beiden Kanälen über Stunden. Mit diesem Wert sollte die Schutzschaltung wirklich nicht auslösen. Also habe ich mich wieder dem Schaltplan zugewendet und meinen Verdacht auf den Überlastungsschutz konzentriert:

[Bild: U-berspannungsschutz-Detail-01.png]

Wie vermutet lag dann auch an der Basis von Q804 brav ohne Schwankungen rund -34V an. Und dann passierte es wie bestellt: Das Relais fing an zu klackern Thumbsup  Und siehe da, an Basis von Q803 lagen bei angezogenem Relais die angegebenen rund -26V an, fiel das Relais ab stieg der Wert auf -32V. Voila, ich war dem Fehler auf der Spur!  Hehe

Danach habe ich dann doch mal die Transistoren und die Dioden ausgelötet und im Komponentester gecheckt, denn nach meiner Erfahrung liegt es gerne an den Halbleitern. Alle Bauteile funktionierten  Sad2  Also die Halbleiter wieder rein und nebenbei noch alle Lötstellen nachgelötet. Das Klackern ging munter weiter   Dash1 
Also nun hatte ich alle Q, D und C gecheckt, es blieben also nur noch die Widerstände übrig. Auf der Schaltung gemessen zeigten dann R802 und RF801 nur noch 300 Ohm, R804 unter 500K und R805 weigerte sich standhaft mit einem Messwert. Mit viel, viel direktem Licht und Lupe wurde ich dann auch beim Farbcode stutzig und lötete das Teil aus. Und wie befürchtet war dort ein 4,7K anstatt eines 47K Widerstandes verbaut Denker Wie das??? Meines Erachtens wurde da schon mal rumrepariert.
Mit dieser Erkenntnis wurde ich dann zum Abendessen gerufen und die DdH legte mir nahe so langsam mein „Gebastel“ zu beenden Smilie_frech_122 .
Also werde ich als nächsten Schritt idie verdächtigen Widerstände tauschen  Dance3 Und mal schauen was dann noch im Argen liegt. 

Eins habe ich jetzt schon wieder gelernt: AUSGIEBIGE SICHTKONTROLLE. 

Ich werde weiter berichten und auch noch ein Foto von den Innereien machen! Der Hunger war dann doch zu groß  UndWeg 

Grüße MiDeg
[-] 2 Mitglieder sagen Danke an MiDeg für diesen Beitrag:
  • Gorm, Hippman
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#6
Zuvor eingebaute falsche BE sind schon verschärfte Bedingungen bei der Fehlersuche.
Wenn R805 nur ein Zehntel des angegebenen Wertes beträgt, passen die Spannungen an Q803 und den folgenden Transistoren nat. nicht und damit gibts keinen exakten Schaltzustand mehr.
Wünsche Erfolg!
Last exit OFF ... und so knattern die Gevattern! [Bild: icon_e_sad.gif]
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#7
Endlich waren die Ersatz-Widerstände eingetroffen so konnte es bei der Fehlerbehebung weiter gehen......

Nachdem ich die Schaltung rund um das Schutzrelais durchgemessen hatte und er Problembär R805 auffiel:

[Bild: ITT-Hi-Fi-8033-Macro-Schaltung.jpg]

Habe ich diesen erst mal ausgelötet und verwundert festgestellt, dass der Kollege nur 4,7K anstatt 47K hatte:

[Bild: ITT-Hi-Fi-8033-falscher-R805.jpg]

Lötstellen hatte ich ja alle schon nachgelötet so dass ich nicht mit Sicherheit sagen konnte, ob sich schon jemand versucht hatte. Und wie ich so auf die ersehnte Lieferung wartete fand ich im Netz einen zweiten Schaltplan, der ein weiteres Detail offenbarte:

[Bild: ITT-Hi-Fi-8033-Schaltplan2-mit-ESV.jpg]
Die 0V am Kollektor von Q805 waren nicht Masse sondern wurden erst noch über Q806 als Einschaltverzögerung auf Masse geschaltet! Und da hatten wir dann eine weitere Fehlerquelle. Getauscht und schon war Ruhe   Pleasantry Wie konnte ich das übersehen Denker

Nach einem Probelauf habe ich die Kiste wieder zu geschraubt und mein Freund wird sie abholen. An die kratzenden Schalter und Potis sowie dem gerissenen Skalenseil will er selbst ran. Auch gut, hab schon genug Zeit investiert.

Dieser Drahtverhau und ich werden keine Freunde. Trotzdem ein Abschlussbild:

[Bild: ITT-Hi-Fi-8033-fertig.jpg]

Grüße MiDeg  Hi
[-] 2 Mitglieder sagen Danke an MiDeg für diesen Beitrag:
  • timundstruppi, Hippman
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