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WEGA V 4810 - Rauschen
#1
Hallo zusammen,
ich bin dabei, einen WEGA V-4810 zu restaurieren.
Folgende Anpassungen wurden vorgenommen:
- Austausch der Doppeldioden VD1221 gegen 1N4148-Paare auf der Verstärkerplatine
- Kondensatoren C305 und C355 auf der Verstärkerplatine gewechselt (wie im Service-Bulletin beschrieben)
- Widerstände R321, R322, R371, R372, R323, R328, R373, R378 auf der Verstärkerplatine gewechselt (wie im Service-Bulletin beschrieben)
- Blech zwischen Netzteil-Elko und Vorverstärkerplatine
- Leitungen der Verstärkerplatine angelötet
- Bias auf 50mA eingestellt
- V-Fets gereinigt und geprüft
Wenn ich nun den Verstärker anschalte (Lautsprecher-Wahlschalter steht auf A), hört man ein Rauschen aus den Lautsprechern, welches umso lauter wird, je mehr man den Volume-Regler aufdreht. Nach dem Umschalten von Eingang AUX1 auf Phono1 wird das Rauschen noch lauter. Wenn man die Chinch-Abdeckungen auf die Eingangsbuchsen des Phono1-Anschlusses steckt, wird das Rauschen leiser. Ich hatte erst den Verdacht, dass es an der Vorverstärkerplatine liegt und habe deshalb die Verstärkerplatine in anderes Gerät (Sony TA-5650) gebaut, aber auch dort ist das gleiche Verhalten zu beobachten, so dass ich vermute, dass die Verstärkerplatine der Verursacher ist. An den Lautsprechern liegt es nicht, hier habe ich schon verschiedene ausprobiert, außerdem ist das Rauschen auch über den Kopfhörer zu hören.
Ich habe keine Idee, woher das Raschen kommt, auch ein Reinigen der V-Fets-Kontakte hat nicht geholfen.
Habt ihr Tipps, wie man sich der Sache nähern kann?
Danke und viele Grüße
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#2
Zitat:Ich habe keine Idee, woher das Rauschen kommt, auch ein Reinigen der V-Fets-Kontakte hat nicht geholfen.
Floet
Verstärker rauschen zumeist, weil die verbauten Vorstufentransistoren rauschen. NF-Tr.s für solche Stufen wurden früher auf Rauscharmut ausgesucht, können aber alterbedingt im Rauschen zulegen.
Habe keinen SP des Gerätes. Ein Ersatz der Trs. der ersten beiden Stufen des VV und der ersten Stufe, evtl aller Trs. des Phono-Pre durch modernere, rauscharme Transistoren sollte helfen, da das Eigenrauschen der Trs. mit verstärkt wird und sich so in diesen Stufen am stärksten bemerkbar macht.

Drinks

edit hab jetzt nen häßlichen SP vom Sony gefunden, mMn wären die ersten Verdächtigen Q101/Q102 und Q201/Q202 primär die bipolaren
Last exit OFF ... und so knattern die Gevattern! [Bild: icon_e_sad.gif]
[-] 5 Mitglieder sagen Danke an Gorm für diesen Beitrag:
  • winix, Der Karsten, Frunobulax, DrPipper, Cpt. Mac
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#3
Rauscht es auf beiden Kanälen gleich laut?
Teste mal folgendes
Eingang auf AUX Tonecontrol ausschalten (cancel) Volume auf 0 Rauschen vorhanden, wie stark? Änderung des Rauschens bei Aufdrehen des Volumepotis?
Falls ja Q201 Q251 (2Sk23A) Q202 Q252 (2SA705) erneuern.

Pass bei dem Amp gut auf, die V-Fets sind nicht mehr beschaffbar, eine Unachtsamkeit und Du hast Edelschrott
Gelassenheit beginnt im Kopf
beste Grüße
der Karsten
[-] 4 Mitglieder sagen Danke an Der Karsten für diesen Beitrag:
  • Armin777, Frunobulax, HVfanatic, DrPipper
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#4
Karsten, kannst evtl. was zum Anteil der verbauten FETs 2SK63 am Rauschen sagen? Hast die schon mal drin gelasssen und nur die bipolaren gewechselt? Der 2SK23 ist doch wohl genau so alt wie der 2SK63 und bei nem n-Kanal-Sperrschicht-FET(J-FET) sollte nach der Theorie Beispiel S.24 das Rauschen gegenüber nem bipolaren Transistor sehr gering sein.

Drinks
Last exit OFF ... und so knattern die Gevattern! [Bild: icon_e_sad.gif]
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#5
Danke an Gorm und Karsten für die schnellen Antworten, ich bin begeistert! Thumbsup 

Das Rauschen ist auf beiden Kanälen gleich laut.
Wenn Eingang auf AUX, Tonecontrol auf cancel und Volume auf 0, rauscht es nicht. Beim Aufdrehen des Volumepotis wird das Rauschen lauter.
Habe auch noch mal den Vorverstärkerausgang vom WEGA direkt mit einem anderen Verstärker verbunden, auch dort ist dann das gleiche Rauschverhalten zu beobachten.

Habt ihr Tipps, wo man den 2Sk23A und 2SA705 bekommen kann?
Den 2Sk23A habe ich bei Mouser gefunden (https://www.mouser.de/Semiconductors/Dis...23&FS=True), bin mir allerdings nicht sicher, ob das der Richtige ist.
Den 2SA705 scheint es gar nicht mehr zu geben, hier wird oft ein Äquivalent BC556B empfohlen.
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#6
Der 2SK23A ist nicht mehr erhältlich, das bei Mouser ist ein 2394.
Nimm für den A705 statt BC556 einen BC560 (Achtung Pinout anders).
Teste erstmal ob es ausreicht die A705 zu erneuern, die Fets sind nur sehr selten defekt, kann aber auch mal vorkommen.

Holger, die Fets hab ich mit 2 Ausnahmen immer drinn gelassen, es kam aber auch vor das die auch mal einen Schuß hatten,
der SK63 ist zusammen mit dem C1636 im EQ des Phonoamps und da war bei mir noch nie was defekt.
Gelassenheit beginnt im Kopf
beste Grüße
der Karsten
[-] 3 Mitglieder sagen Danke an Der Karsten für diesen Beitrag:
  • Gorm, DrPipper, HVfanatic
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#7
Ok, danke. Ich werde sehen, dass ich die Bauteile so schnell wie möglich bekomme und melde mich dann wieder.
Vielen Dank für eure Hilfe und viele Grüße
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#8
Guten Abend,

ich habe am Wochenende, bestellte Teil sind noch nicht da, noch ein bisschen getestet. Ich habe auf allen Boards die Anschlüsse und Anschlusspins gereinigt und neu aufgesteckt, außerdem alle Masseanschlüsse am Gehäuse gereinigt und neu verschraubt. Meiner Meinung nach ist jetzt fast kein Rauschen mehr zu hören, wenn am jeweiligen Anschluss ein Chinchkabel steckt. Nur auf den Phono-Ausgängen rauscht es noch, wenn man lauter dreht. Ist das bei euch auch so?

Mir ist noch etwas anderes aufgefallen, wenn man während der Wiedergabe an das Lautsprecherrelais drückt, kratzt es oder der Ton verschwindet ganz. Sieht so aus, als hätte das Relais einen Wackelkontakt. Möglicherweise kam das Rauschen auch daher. Macht es Sinn, das Relais zu reinigen oder besser zu tauschen?
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#9
Ausbauen reinigen und wieder ordentlich einbauen, könnten auch kalte Lötstellen sein.
Solche Tests solltest Du an diesem Teil besser lassen oder hast Du genügend Ersatz V-Fets?
Gelassenheit beginnt im Kopf
beste Grüße
der Karsten
[-] 1 Mitglied sagt Danke an Der Karsten für diesen Beitrag:
  • DrPipper
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#10
(07.10.2019, 16:20)Der Karsten schrieb: Ausbauen reinigen und wieder ordentlich einbauen, könnten auch kalte Lötstellen sein.
Solche Tests solltest Du an diesem Teil besser lassen oder hast Du genügend Ersatz V-Fets?

Nein, habe ich natürlich nicht, aber wie hätte ich sonst darauf kommen sollen?[Bild: sad2.gif]
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#11
Moin,
bei dem Relais sollte man erstmal die Kontakte reinigen. ausbauen, oeffnen und einen rauhen Papierstreifen durch die geschlossenen Kontakte ziehen, bis sie nicht mehr "abfaerben". Hilft das nicht, gibt es entweder noch einen anderen Fehler oder das Relais muss ersetzt werden.

Rauschen auf Phono, besonders, wenn kein Plattenspieler angeschlossen ist, ist normal. Das ist das Eigenrauschen der Phonovorstufe, die aus 2mV Signalspannung immerhin etwa 0,5V machen muss.
Ich benutze diese Eigenschaft daher gerne als eingebauten Signalgenerator fuer eine schnelle Ueberpruefung eines Verstaerkers (krachende Schalter, Potis etc.).

Rauscht die Phonostufe nicht, ist sie enweder defekt (oder der folgende Quellenumschalter hat ein Problem) oder man ist in eine Geraeteklasse vorgestossen, wo eine rauschende Phonostufe nicht mehr vorkommt ;-) Bei der Masse der Verstaerker rauscht die Stufe aber und das ist so lange kein Problem, wie ihr Rauschen unter dem der Platte liegt, denn letztlich bestimmt sie den Rauschabstand.

73
Peter
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  • DrPipper, timundstruppi
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#12
(07.10.2019, 18:12)hf500 schrieb: Moin,
bei dem Relais sollte man erstmal die Kontakte reinigen. ausbauen, oeffnen und einen rauhen Papierstreifen durch die geschlossenen Kontakte ziehen, bis sie nicht mehr "abfaerben". Hilft das nicht, gibt es entweder noch einen anderen Fehler oder das Relais muss ersetzt werden.

Rauschen auf Phono, besonders, wenn kein Plattenspieler angeschlossen ist, ist normal. Das ist das Eigenrauschen der Phonovorstufe, die aus 2mV Signalspannung immerhin etwa 0,5V machen muss.
Ich benutze diese Eigenschaft daher gerne als eingebauten Signalgenerator fuer eine schnelle Ueberpruefung eines Verstaerkers (krachende Schalter, Potis etc.).

Rauscht die Phonostufe nicht, ist sie enweder defekt (oder der folgende Quellenumschalter hat ein Problem) oder man ist in eine Geraeteklasse vorgestossen, wo eine rauschende Phonostufe nicht mehr vorkommt ;-)  Bei der Masse der Verstaerker rauscht die Stufe aber und das ist so lange kein Problem, wie ihr Rauschen unter dem der Platte liegt, denn letztlich bestimmt sie den Rauschabstand.

73
Peter

Moin Peter,

das klingt ja erstmal beruhigend, mit dem Rauschen am Phono-Ausgang LOL .
Dann werde ich das Relais mal vorsichtig ausbauen, reinigen und auch die Lötstellen prüfen.

Danke, auch an Karsten, und viele Grüße
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#13
....Nein, habe ich natürlich nicht, aber wie hätte ich sonst darauf kommen sollen?...

Gezielt vorgehen, erst alles überholen/ revidieren, jede Platine, Kabelverbindung kontrollieren und alles nachlöten. Relais ist mit das Erste was man an den Teilen macht um alle erdenklichen Risiken die V-Fets zu killen aus zu schliessen, oft hat man nur eine Chance und wenn´s schiefgeht hast Du Kernschrott.
Gelassenheit beginnt im Kopf
beste Grüße
der Karsten
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#14
Karsten, der Dr. siehts wohl eher etwas lockerer, hat ja schon etliche BE getauscht, den Ruhestrom eingestellt und die V-FETs gereinigt und geprüft. Wenn die Kontakte des Ausgangsrelais hörbar gegenüber dem Verstärkerzweig rauschen, hat das Relais warscheinlich seine Zeit hinter sich. Ne Widerstandsmessung könnte Klarheit zum Rauschvemögen der Kontakte bringen. Da es nach Masseüberholung und Anschlußputzen nur noch am Phono-Ausgang rauscht, ist der Amp. wohl auf nem guten Weg. Rauschen im Radio war immer schon ne besondere Sache. Floet
Last exit OFF ... und so knattern die Gevattern! [Bild: icon_e_sad.gif]
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#15
...Karsten, der Dr. siehts wohl eher etwas lockerer, hat ja schon etliche BE getauscht, den Ruhestrom eingestellt und die V-FETs gereinigt und geprüft....

Dann wäre das Abrauchen der Fets besonders ärgerlich Holger.
Bei Geräten die mit haufenweise Ersatztransistoren wieder instandsetzbar sind spricht auch nix gegen n lockeres ranngehen.
Wie Empfindlich die V-Fets sind zeigt doch schon die Warnung keinen RTT zu benutzen und n Kurzschluss am LS Ausgang kann schon reichen die Fets zu grillen.
Gelassenheit beginnt im Kopf
beste Grüße
der Karsten
[-] 1 Mitglied sagt Danke an Der Karsten für diesen Beitrag:
  • Gorm
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#16
So, jetzt funktioniert alles. Es hat etwas gedauert, da ich mich dazu entschlossen habe, das Relais zu tauschen und sich die Lieferung verzögert hat.
Es ist kein Kratzen mehr festzustellen beim Berühren des Lautsprecherrelais (ich habe natürlich ganz vorsichtig gemacht;-)), nur noch ein Rauschen wenn man auf den Phono-Eingang umschaltet und das scheint ja normal zu sein.

Besten Dank noch mal an alle für die schnellen Antworten und die super Unterstützung!

Eine Frage hätte ich dennoch: Die DC Balance der Lautsprecherausgänge liegt beim rechten Kanal bei ca. 8 mV und beim linken bei ca. 46 mV. Der Werte liegen laut SM noch innerhalb der Toleranz, ist der große Unterschied normal?

Anbei noch zwei Bilder vom Verstärker:
[Bild: IMG-0909.jpg]

[Bild: IMG-0910.jpg]
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  • Hippman
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#17
Zieh mal die Pre Maibrücken hinten raus und mess DC Balance nochmal, bleibt es bei den Werten L Q302 352; R Q303 352 (2SA705) ausbauen und mit HFE gematchten BC560 ersetzen.
Gelassenheit beginnt im Kopf
beste Grüße
der Karsten
[-] 1 Mitglied sagt Danke an Der Karsten für diesen Beitrag:
  • DrPipper
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#18
(19.10.2019, 11:41)Der Karsten schrieb: Zieh mal die Pre Maibrücken hinten raus und mess DC Balance nochmal, bleibt es bei den Werten L Q302 352;  R Q303 352 (2SA705) ausbauen und mit HFE gematchten BC560 ersetzen.

Hallo Karsten,

habe die Brücken entfernt und gemessen, leider kein Unterschied. Dann werde ich mal schauen, dass ich vier gematchte BC560 bekomme.
Du meinst sicher Q302 352;  R Q303 353, richtig?

VG
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#19
ja, war wohl n Tippfehler, rechts scheints ja fast zu stimmen aber Links (302;303) kann auf jeden Fall verbessert werden.
Gelassenheit beginnt im Kopf
beste Grüße
der Karsten
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