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Sony TA-3650
#1
Diesen uralten Verstärker hat sich ein Bekannter, Ende der 70er Jahre neu gekauft. Es war sein erster "richtiger" Hifi-Verstärker, den er viele Jahre benutzt hat. Die letzten 25 Jahre lag daer Sony gut verpackt im trockenen Keller. Das Gerät hatte bereits vor der Stillegung kleinere Probleme und wollte nach gestrigem Auspacken nicht mehr auf audiophilem Level Wink3 spielen.....Man musste schon ein wenig auf dem Ding herumklopfen, damit überhaupt etwas passierte Wink3

[Bild: s14.jpg]


Das Teil war ziemlich gammlig. Eine  "Überholung" würde den den Wert des Gerätes übersteigen, aber in diesem Fall hingen wohl viele Erinnerungen daran. Darum sollte es zumindest wieder laufen.
Als er mir das Gerät vorhin brachte, habe ich klargestellt, dass ich keine Schalter zerlegen werde, da ich dazu (in diesem Fall) keine Lust habe.

Die meisten Schalter blieben zum Glück unauffällig. Probleme gab es lediglich mit dem Muting Schalter und der Loudness Taste.

Was dringend gemacht werden musste:

*Platinen an vielen Stellen nachlöten.
*Potentiometer und Schalter befestigen
*Gerät reinigen
*Relais reinigen

Ausserdem

*  Ruhestrom nachstellen (in diesem Fall aber weitgehend uninteressant)
* Lose Cinchbuchsen befestigen.


[Bild: s4.jpg]

Zur groben Reinigung habe ich mir vorhin einen Aufsatz für den Werkstattsauger gebastelt. Das hatte ich schon länger vor, habe es aber immer wieder verschoben.
Mit dem 10mm Rüssel kommt man endlich überall ran. In Verbindung mit einem Pinsel  funktioniert das ganz wunderbar.

[Bild: s6.jpg]

Einstecken....lossaugen.
[Bild: s8.jpg]

Zwei Knöpfe sahen ziemlich übel aus.
[Bild: s2.jpg]

Mit Schleifpaste (grob) und Politur (fein) konnte ich eine eine Verbesserung erzielen. Danach wurden alle Knöpfe nochmal in Seifenlauge eingeweicht und gewaschen.

[Bild: s3.jpg]

Die Elkos sind über 40 Jahre alt.....Ich habe ein paar Stichproben entnommen. Der Doppelelko zeigt leichte Ermüdungserscheinungen.  8,5, bzw. 7,5 mF bei ordentlichem ESR (15 bzw. 19 mohm At 100Hz) bedeuten, dass er problemlos im Gerät bleiben kann. Die beiden 220µ 50V verhalten sich wie am ersten Tag.

[Bild: s9.jpg]

Keine Probleme
[Bild: s11.jpg]

Ein neuer 220µF , 100V im Vergleich:
[Bild: s10.jpg]

Gesäubert und nachgelötet. Da das Gerät keine Revisionsöffnung am Boden hat, musste die Hauptplatine hochgeklappt werden....Sehr "ärgerlich".
[Bild: s13.jpg]

Die Lautsprecherterminals.....Kein Kommentar Sad....Darauf wurde damals selbst bei teureren Modellen kein Wert gelegt.

[Bild: s18.jpg]


Bis auf die Ecke unten rechts ist er wieder ansehnlich und läuft "stabil".

[Bild: s17.jpg]

Ein paar Messungen zur Kontrolle, ob alles so spielt wie es soll:

FFT Hochpegel (aux) Links , 1W , 8R.   Alles OK
[Bild: plot0068.gif]

Und rechts , minimal besser
[Bild: plot0069.gif]
Frequenzgang, Hochpegel, 1W , 8R. Direktmode, Lautstärkepotentiometer etwa in 10 Uhr Pos. Abweichung L zu R  unbedenklich.


[Bild: s4.jpg]
Phono (nur MM) L&R. Gemessen am Tape out 1.  Entzerrung ab 6 Khz nicht optimal, aber alles andere als dramatisch.
Die Eingangskapazität beträgt gerade mal 15 pF  (48 Kohm)

[Bild: s1.jpg]

Mit Tonabnehmer (460 mH) rot.   Blau +120p , gelb +220p .
.
[Bild: s2.jpg]

THD&N vs. Freq., (80KHz bw). 1W, 8R , L&R. Völlig unauffällig.
[Bild: s7.jpg]

THD&N vs Power, 1KHZ,22KHz bw, beide Kanäle zeitgleich:  75W x2 At 1% THD&N. Unauffälliger Verlauf. alles gut.

[Bild: s3.jpg]


Die Ausgangsimpedanz (rechte Skala,  grüner plot) liegt mit etwa 280 mohm ziemlich hoch. Dämpfungsfaktor  bezogen auf 8R , etwa 30


[Bild: damp.jpg]
Gruß
scope
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#2
Hätte nach dem ersten Foto nicht gedacht, dass der so einfach wieder so sauber wird.
Zitat:In Verminfung mit einem Pinsel
...hilft auch nicht immer, aber war wohl keine Raucherleiche.
Die Übersichtlichkeit der Kiste hilft bei einer Reparatur bestimmt auch.

Danke sehr für den Bericht.
[Bild: eshzshq.jpg]
Stay puffed
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#3
...dann hätte ich ihn im Garten eingeweicht, geduscht und getrocknet. So viel Aufwand wollte ich  aber unbedingt vermeiden.
Gruß
scope
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#4
Hallo zusammen,

ein schönes Gerät, wenn man die wilde Kombi aus Dreh-, Druck- und Kippschaltern mag. Innen drin die Grenze zum Kabelverhau, scheint aber die Meßwerte nicht negativ zu beeinflussen.
Grüße aus der Ortenau und bleibt mir gesund.
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#5
Der innere Aufbau ist kein  Alleinstellungsmerkmal. Er war in den 70ern und 80ern sogar üblich. Mir gefällt das Ding nicht. Mir gefallan aber auch die Vorgänger wie z.B. der 1130 nicht. Dazu habe ich überhaupt keinen Draht Wink3
Gruß
scope
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#6
Mag sein, dass Du (hauptsächlich aus optischen Gründen) überhaupt keinen Draht zu diesen Verstärkern hast. Aber diese Baureihe ist (verglichen mit der gleichpreisigen damaligen Konkurrenz) einfach unglaublich gut verarbeitet und zudem extrem servicefreundlich aufgebaut.
Dazu tragen in erster Linie die klappbare Front und Rückwand bei, deswegen auch die langen Zuleitungen. Hatte in ähnlicher Form eigentlich nur Denon bei einigen Modellen (z.B. GR-535/555). Erstaunlich gute Messwerte für ein so lange still gelegtes Gerät und so geringem Aufwand zur Wiederherstellung!

Beste Grüße
Armin
Das Leben ist ein mieses Adventure Game, aber die Grafik und der Sound sind brilliant!
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#7
Mein Nichtgefallen bezieht sich auf das äussere Erscheinungsbild dieser uralten Verstärker mit Holzbacken.....Ganz gleich von welchem Hersteller.  
Mit einem Kenwood 907 könnte ich hingegen optisch  schon eher etwas anfangen
Gruß
scope
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#8
Von der Optik her okay, aber ein KA-907 birgt reichlich technische Probleme, deren Beseitigung alles andere als einfach ist. Die Verarbeitungsqualität von Kenwood ist der von Sony deutlich unterlegen. Insbesondere in den Stromversorgungen wird bei Kenwood immer gigantisch viel Wärme (meist über grüne Keramikwiderstände) verbraten. Dabei entsteht soviel Wärme, dass sogar die Platinen Schaden nehmen.

Beste Grüße
Armin
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#9
Man könnte auch Bananen mit Gurken vergleichen. Sind beide krumm. Das war es dann auch schon. Raucher
Charlie surft nicht! Oldie

A single death is tragedy. A million death is statistic.
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#10
Nö. Ich finde scopes Einwand bzgl. der Optik, und Armins Hinweis völlig ok, und das Wärmethema sogar interessant. Bedeutet für mich: Kenwood, "nein Danke"
Nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.
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#11
(29.06.2020, 10:39)HVfanatic schrieb: Nö. Ich finde scopes Einwand bzgl. der Optik, und Armins Hinweis völlig ok, und das Wärmethema sogar interessant. Bedeutet für mich: Kenwood, "nein Danke"



Wenn du es dann auch anwendest, anstatt darüber zu fabulieren, was du mal irgendwo gelesen hast... Floet
Charlie surft nicht! Oldie

A single death is tragedy. A million death is statistic.
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#12
Man möge mir den guten Spritzwein bringen. Frei nach Michael H. Wink3
Gruß
Roland
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#13
Servus Roland - wo in Wien wohnst Du denn?

Grüße aus Alt-Ottakring - Luftlinie ca. 500 Meter von Michael H.s Wohnung entfernt... Freunde
 Pult ist Kult - und Tool ist cool...  Headbang
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  • RolandL
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#14
Bei aller Gleichmacherei und Negierung von Klangunterschieden... Der 907 ist schon ein anderes Kaliber, als der 3650.
Liegt es nicht in der Natur der Sache, dass so ein aufwändig gebauter Amp serviceunfreundlicher ist?
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#15
AtHVF

Zitat:und das Wärmethema sogar interessant. Bedeutet für mich: Kenwood, "nein Danke"

Das sehe ich wieder mal anders Wink3
Geräte wie die POA3000, die 8000er, oder auch der KA907 werden warm......OK....was soll´s? Die Dinger haben 20, manchmal 30 oder auch 35 Jahre gehalten, bis es zu Problemen kam  -------->  "pfeiff drauf"
Gruß
scope
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