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Kenwood KX-1100G Tapedeck Reparatur
#1
Wie in der Neuzugangsecke vorgestellt, habe ich ein Tapedeck erhalten, welches defekt ist.

Hierbei handels es sich um die erste Serie, dass KX-1100G:
[Bild: 20200903-112855.jpg]

[Bild: 20200903-111002.jpg]

Nach einem kurzen Test, ergaben sich folgende Probleme:
Beim Rückspulen gibt es zeitweise üble Quietschgeräusche.
Kein Ton (weder an den Cinchbuchsen noch am Kopfhörerausgang).
Keine Anzeige der Peakmeter.
Keine Bandsortenanzeige im Display.

[Bild: 20200903-124727.jpg]

Das Problem, keine Bandsortenazeige und kein Ton bzw. keine aktiven Peakmeter kenne ich.
Hier war bisher immer eine fehlende +7,5 V Versorgungsspannung die Ursache.

Und so war es auch hier.

Beide Dolby-Platinen gezogen und jeweils die 6 Elkos durchgemessen:
[Bild: 20200903-151030.jpg]
Hier ist sehr gerne auch mal der Elko C34 platt. Hier war alles ok.

Dann die +- 7,5 V Stromversorgung besucht.
Hier war die Ursache der Elko C97, der war kurzgeschlossen und hatte saubere 0 Ohm.
Hier ist er schon entfernt:
[Bild: 20200903-152821.jpg]

Der darüber befindliche Transistor Q29 wurde - vermutlch - durch den Kurzschluss des Elkos gekillt.
Ist ein 2SC1740.
Hier habe ich bereits Ersatz angelötet:
[Bild: 20200903-164347.jpg]

Nun waren die + 7,5 V wieder da und es konnte ein neuer Elko 470 µF 10 V angelötet werden:
[Bild: 20200903-170211.jpg]

Hier die beiden defekten Bauteile:
[Bild: 20200903-171625.jpg]

Nun funktionierte wieder die Bandsortenanzeige und die Peakmeter zappelten wieder:
[Bild: 20200903-172852.jpg]
Ton war auch wieder am Start.
Somit waren fast alle Probleme gelöst. Blieb nur noch das Umspulen mit den nervigen Geräuschen.

Da das Gerät nun grundsätzlich funktionierte wurde vorab ein Test der Gleichlaufschwankungen gemacht.
Ergebnis:
[Bild: W-FTest030920.jpg]

Das das Laufwerk einen Service bekommen sollte, wurde es ausgebaut.

Hier ist bereits die Cassettenbasis/Auflage entfernt:
[Bild: 20200904-102736.jpg]
Wie zu erkennen, ist der Riemen für die Bremse/BackTension fratze.

Natürlich haben sich die klebrigen Reste um den Bandwickel und die Kupplung verteilt. Jester

Also Bandwickel, Sperrhaken und Kupplung demontiert:
[Bild: 20200904-104630.jpg]

[Bild: 20200904-110550.jpg]

[Bild: 20200904-112431.jpg]

[Bild: 20200904-114707.jpg]

Vor Montage der Bandwickel gab es ein Tröpfchen Öl an die Achsen.
Hier ist alles wieder mit neuem Riemen montiert:
[Bild: 20200904-125538.jpg]

Rückseite des Laufwerks.
Hier kann man die Laufspuren des Capstanriemen sehen:
[Bild: 20200903-135429.jpg]
Auch kann man erkennen, dass es an der rechten Schwungmasse Pickel gibt.

Hier ist es gut zu sehen:
[Bild: 20200904-131143.jpg]

[Bild: 20200904-131347.jpg]
Ist leider bei diesen Laufwerken nach mehr als 30 Jahren eher der Normalfall.

Nach dem Ausbau werden beide Capstanwellen jeweils in die Bohrmaschine gespannt und die Schwungmassen mit Wasserschleifpapier geglättet.
Ist nicht die perfekte Methode, funktioniert aber.
Ergebnis:
[Bild: 20200904-132927.jpg]

[Bild: 20200904-133153.jpg]

Die Antriebsschwungmasse sieht optisch gut aus, die Schleppschwungmasse nicht so toll.
Es ist nun aber wieder - fühlbar - eine glatte Oberfläche.

Die Capstanlager wurden mit Gleitlageröl nachgeölt und die Schwungmassen wieder montiert:
[Bild: 20200904-134702.jpg]

[Bild: 20200904-135009.jpg]

Neuen Riemen aufgelegt und Widerlager gefettet:
[Bild: 20200904-135608.jpg]

[Bild: 20200904-135914.jpg]

Andruckrollen und Köpfe wurden gereinigt:
[Bild: 20200904-150349.jpg]

TapeSpeed wurde eingestellt und nochmals Gleichlauf getestet:
[Bild: 20200903-201647.jpg]

Ergebnis:
[Bild: W-FTest040920a1.jpg]

Viel Aufwand für nur wenig Verbesserung. Aber ich bin ja schon zufrieden, wenn es durch mein unqualifiziertes Basteln nicht schlechter wird. LOL

Gerät läuft nun erst mal testweise und darf zeigen, ob es zuverlässeig läuft, oder ob es noch irgendwo hakt.

Fortsetzung folgt ...

Gruß, Bob.
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#2
Manch einer bekommt kaum ein Gehäuse unfallfrei aufgeschraubt. Ich kann vor diesen Fähigkeiten nur den Hut ziehen.

Hi
Man kann mir alles nehmen - nur meinen Humor nicht ...
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  • HVfanatic, Ivo
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#3
(07.09.2020, 10:28)lyticale schrieb: Manch einer bekommt kaum ein Gehäuse unfallfrei aufgeschraubt. Ich kann vor diesen Fähigkeiten nur den Hut ziehen.

Hi

Das Geheimnis ist ein weißer Raum sowie eine hochauflösende Highspeed-Kamera.
Dann sieht man, wohin die Kleinteile fliegen Lol1


Klasse Deck (habe das 880er noch im Keller, den kleinen Bruder) und tolle Arbeit. Thumbsup
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#4
Wieder ein gutes Beispiel für das Thema, ob man Elkos erneuern sollte. Die Elkos mit so kleinen Nennspannungen neigen nach den Jahren häufig dazu, sich zu verabschieden. Hier sind das die 470µF 10V. Ich frage mich aber, weshalb Du nicht den zweiten 470µF/10V auch gleich gewechselt hast. Ebenso frage ich mich, weshalb Du den Längstransistor auf die Beinstummel draufgelötet hast und nicht richtig in die Platine eingelötet, den Elko ebenso. So sieht das schon etwas gebastelt aus. Warst Du zu faul, die Platine auszubauen, um an die Unterseite heran zu kommen?

Beste Grüße
Armin
Das Leben ist ein mieses Adventure Game, aber die Grafik und der Sound sind brilliant!
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#5
Funktional ist es sicher so ok. Den 2. Elko im anderen Kanal würde ich auch machen.
Nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.
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#6
(07.09.2020, 12:08)Armin777 schrieb: Wieder ein gutes Beispiel für das Thema, ob man Elkos erneuern sollte. Die Elkos mit so kleinen Nennspannungen neigen nach den Jahren häufig dazu, sich zu verabschieden. Hier sind das die 470µF 10V. Ich frage mich aber, weshalb Du nicht den zweiten 470µF/10V auch gleich gewechselt hast. Ebenso frage ich mich, weshalb Du den Längstransistor auf die Beinstummel draufgelötet hast und nicht richtig in die Platine eingelötet, den Elko ebenso. So sieht das schon etwas gebastelt aus. Warst Du zu faul, die Platine auszubauen, um an die Unterseite heran zu kommen?

Beste Grüße
Armin
Das habe ich mich auch schon gefragt. Außerdem kann man die so abgezwickten Bauteile auch nicht mehr testen ob überhaupt ein Defekt vorliegt. Dieses Vorgehen bedeutet dann immer automatisch Ersatzeile verbauen zu müssen.  

Kann man so machen, muss man aber nicht. Für mich zumindest ein optisches „no go“. 

Hi MiDeg
Grüße aus der Ortenau und bleibt mir gesund.
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#7
Es hat jeder seine Reparaturtechniken. Und wenn der Deckel drauf ist, sieht es eh niemand. Schöner ist an dieser Stelle anders, aber die mechanische Überholung finde ich ganz prima. Danke für den interessanten Reparaturbericht.
Nichts ist so mächtig wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.
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#8
Bei der Abkneif-Technik hat man nicht mit sich ablösenden Lötaugen zu kämpfen...
[-] 2 Mitglieder sagen Danke an Der Jo für diesen Beitrag:
  • Gunar, HVfanatic
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#9
Was erlauben Strunz ?! Jester

Ich erlaube mir ein kurzes Statement zu den vorangegangenen Kommentaren.

Das ist hier ja nun auch nicht mein erster Bericht über die Reparatur eines Gerätes.
Somit müsste doch eigentlich mittlerweile bekannt sein, dass ich sehr pragmatisch bin.

Falls doch nicht - hier nochmals:
Bob hat von nix wirklich Ahnung und ist in Bezug auf das Thema HiFi-Geräte das Gegenteil von einem Profi.
Alles was ich *kann* habe ich mir selbst beigebracht, da ich seit der Jugend über den technischen Modellbau (RC Schiffe und Flugis) immer mehr Interesse für technische Geräte fast aller Art, entwickelt habe.

Meine Herangehensweise bei der Reparatur von TapeDecks, insbesondere die Serie KX-880/990/1100:
Diese Geräte sind erstens über 30 Jahre alt und zweitens sind sie fast immer seit vielen Jahren nicht mehr genutzt worden. Daraus ergibt sich die Möglichkeit, dass bei einer Wiederinbetriebnahme/Reparatur, dass Gerät tatsächlich läuft und dann nach ein paar Tagen weitere mechanische und/oder elektrische Probleme auftauchen.

Daher werden mechanische und elektrische Probleme fast immer quick&dirty ausgeführt und danach darf das Gerät eine Weile zeigen, ob sich ggf. weitere Probleme melden. Erst wenn das Gerät zuverlässig läuft, werden provisorische Reparaturen *ordentlich* gemacht.

Wenn es allerdings recht aufwändig ist, wird es auch gerne mal so gelassen. Bei diesen Geräten gibt es ja keine Serviceöffnung im Boden und daher muss dann praktisch das gesamte Gerät zerlegt werden, um an die Lötseite des Mainboards zu kommen. Das ist erstens aufwändig und zweitens läuft man dabei auch Gefahr, weitere Sachen zu beschädigen. Ich gehe hier einfach den Weg des geringsten Widerstandes.

Zum Thema Elkos - ob und wann man sie tauschen sollte:
Ein Pragmatiker kommt sicherlich nicht auf die Idee, z.B. vorsorglich alle Elkos zu tauschen.
Ich zumindest käme tatsächlich niemals auf die Idee, so etwas zu tun.
Daher sind für mich auch z.B. Geräte von Nakamichi (wo die *orange caps* komplett ersetzt werden sollten) völlig uninteressant. Soviel Freizeit könnte ich gar nicht haben, dass ich anfangen würde, zig Bauteile in einem Gerät zu tauschen.
Ich habe tatsächlich in Geräten immer nur Bauteile ersetzt, die wirklich defekt waren. Auch bei Elkos.
Das habe Anfang der 80er z.B. bei Robbe Mars Sendern (40 MHz Funkfernsteuerung) später bei Viedeorecordern (in den Schaltnetzteilen), Fernseher, Computer, Waschmaschine, Toaster und Co genau so gemacht.

Selbst heute, mache ich das z.B. bei den TapeDecks immer noch genau so. Und ich werde es auch zukünftig so machen.
Es gibt - für mich - keinen Grund (wie hier gefordert), z.B. den anderen Elko (C98 --> stützt die -7,5 V) auch zu ersetzen. Ich habe den Defekt von Q29 und C97 schon bei anderen Geräten vor vielen Jahren repariert und die laufen heute tatsächlich immer noch. Auch ohne noch weitere Bauteile vorsorglich getauscht zu haben ....

Ja, wenn Elkos ausfallen, sind es gerne die Typen mit 10 und 16 V Spannungsfestigkeit. Zumindest für die Kenwood Decks kann ich das bestätigen. Aber es sind fast immer die gleichen Übeltäter (C97 auf dem Mainbord und C34 auf der Dolby-Platine). Bei den 880er/990er/1100er Decks sind es immer die gleichen 2-3 Elkos, welche ausfallen.

Es werden von mir nur Bauteile abgetrennt, welche (fast immer) tatsächlich defekt sind. Wenn in Bezug auf Q29 der vorgeschaltete Q31 ok ist (alle Spannungen laut Schaltplan im Soll), kann in diesem Fall (C97 kurzgeschlossen) nur noch Q29 defekt sein.

Bob hat keine Ahnung, aber er ist nicht blöd.

Ich restauriere keine Geräte, ich repariere sie nur, damit sie weiterhin funktionieren. Ja, von außen dürfen sie natürlich gerne schön und original aussehen. Aber innen ist es - zumindest mir - nicht wichtig , ob ein Bauteil nur an Stumpen angelötet wurde, oder an den Lötaugen der Platine. Es soll wieder sicher funktionieren und es darf von dem Gerät keine Gefahr ausgehen - das hat für mich Priorität.   

Ich bin grundsätzlich immer offen für Kritik und Tipps für Verbesserungen, allerdings haben mMn hier persönliche Befindlichkeiten (wie z.B. *ich frage mich gerade warum* ... *für mich ein nogo* usw. nichts zu suchen.

Wir befinden uns hier in einem öffentlichen Forum. Sinn und Zweck ist es z.B. sich gegenseitig respektvoll auszutauschen, zu helfen usw. Das ist zumindest meine Meinung.

Habe fertig ! LOL

Gruß, Bob.
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#10
Gestern habe ich den Wickelmotor ausgebaut.

Da der Ausbau bei diesem Laufwerk recht aufwändig ist, hier nur ein paar Bilder.
Bandwickel, Schwungmassen, Riemen und Capstanbasis ausgebaut.
[Bild: 20200910-112120.jpg]

Bandwickelbasis mit Wickelmotor ausgebaut:
[Bild: 20200910-114302.jpg]

So sieht es unter der Bandwickelbasis aus:
[Bild: 20200917-135140.jpg]
Dort befindet sich der Bremsschlitten mit den beiden Bremsbelägen (aus Gummi). Darunter befindet sich die Platine für die optischen Bewegungssensoren.

Wer es tatsächlich wagt, den Wickelmotor auszubauen - hier ein wichtiger Hinweis.
Am Bremsschlitten ist rechts unten ein Führungszapfen und auf dem ist eine Mutter lose draufgesteckt. Soll wohl einfach nur ein Spacer sein: 
[Bild: 20200917-135218.jpg]

Wickelmotor abgeschraubt, Kabel abgelötet und zerlegt:
[Bild: 20200910-132137.jpg]
Oben die Motorteile, unten die Kupplung mit Schwenklager und Idler (Ritzel fehlt). Der Kollektor ist auf diesem Foto bereits behandelt.


So sah der Kollektor aus:
[Bild: 20200910-123350.jpg]
Ist deutlich eingelaufen. Eine Behandlung erforderlich.

Ergebnis nach leichtem Abdrehen mit 600er Wasserschleifpapier:
[Bild: 20200910-124728.jpg]

Auch die Metallbürsten wurden gereinigt. Die beiden Gleitlager nachgeölt und der Motor wieder komplettiert.
Bevor die Kupplung mit Schwenklager und Ritzel wieder auf die Motorwelle gesteckt wird, teste ich zur Sicherheit den Motorlauf.
Er sollte in dieser Montagephase mit einer 1,2 V Akkuzelle AAA problemlos anlaufen und fast geräuschlos drehen.

[Bild: 20200910-140344.jpg]

Motor wieder eingebaut und Laufwerk komplettiert. Laufwerk mit Mainbord verkabelt und testbereit:
[Bild: 20200910-195327.jpg]

Das Spulen meiner Maxell XLII 90 Testcassette erfolgt nun ruhiger und schneller.
Für REW werden nur 1:27 min benötigt:
[Bild: 20200910-153530.jpg]

Hier hat sich die Aufarbeitung des Wickelmotors mMn gelohnt. Aufgrund der Laufspuren an Kollektor und Bürsten, wäre dieser Wickelmotor vermutlich bald - zumindest zeitweise - ausgefallen und hätte Bandsalat verursacht.
Die Aussetzer ergeben sich vorzugsweise im letztem Drittel der Cassette. Der Grund hierfür ist simpel: Je voller der Aufwickel wird, desto langsamer dreht er und lässt sich zudem - durch die zunehmende Masse - etwas schwerer drehen. 

Gruß, Bob.
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#11
Das Gerät hat nun ein paar Cassetten durchgespielt und war in Bezug auf Wiedergabe, Spulen, Sound, Anzeigedisplay usw. unauffällig. Allerdings kam es nun ein paar Mal vor, dass Laufwerksbefehle nicht angenommen wurden. Beispielsweise wurde Drücken der Tasten für Play oder FF/REW zwar im Display angezeigt, aber am Laufwerk selbst tat sich nix.

Das ist bei diesen Laufwerken leider keine Seltenheit und hier ist fast immer der Assistmotor und/oder dessen Zungenschalter ursächlich.

Gut das ich das Laufwerk noch nicht wieder eingebaut hatte (ich kenne meine Pappenheimer).
So musste ich nur die beiden Schrauben und die Cassettenauflage entfernen und nach weiteren zwei Schrauben konnte der Assistmotor mit Getriebe/Nockenwalze und den drei Zungenschaltern abgenommen werden:
[Bild: 20200911-155627.jpg]

Da ich - wie immer - auch hier pragmatisch vorgehe, bleibt der Motor am Getriebehalter und die Kabel am Lagerschild bleiben auch dran.

Nach dem Anheben der Zungen, kann man die Nockenwalze abziehen und das Motorritzel/Schnecke abhebeln: 
[Bild: 20200911-155847.jpg]

Nach dem Zurückdrücken der beiden Laschen, kann das Lagerschild zusammen mit dem Anker aus dem Motorgehäuse gedrückt werden.

[Bild: 20200911-160716.jpg]

Nach Entnahme aus dem Lagerschild, sah der Kollektor so aus: 
[Bild: 20200911-161246.jpg]
Der sah eigentlich - bis auf den Kohleabrieb - noch wirklich gut aus (sah sonst bei anderen Geräten deutlich schlechter aus). Aussetzer hatte er trotzdem.

Kohleabrieb in Verbindung mit Schmutz kann dazu führen, dass ein Elektromotor unzuverlässig läuft. Ich habe z.B. im Kfz-Bereich sehr viele Anlasser, Limas, Scheibenwischermotore, EFH-Motore usw. allein dadurch instandgesetzt, in dem ich einfach nur Kollektoren und Bürsten gereinigt habe. Ausgenommen Anlasser und Limas (bzw. Spannungsregler), waren die Kohlestifte der Bürsten fast immer noch gut in Form.

Also die Motorwelle in die Bohrmaschine gespannt und den Kollektor mit 600er Wasserschleifpapier abgezogen und zusätzlich danach mit Politur die Oberfläche geglättet.

Sieht dann so aus:
[Bild: 20200911-162707.jpg]

[Bild: 20200911-162625.jpg]

Danach beide Gleitlager nachgeölt und den Motor wieder komplettiert.

Teile vor dem Zusammenbau:
[Bild: 20200911-162955.jpg]

Anker in das Lagerschild gesteckt:
[Bild: 20200911-160923.jpg]

Das Lagerschild mit dem Anker wieder in das Motorgehäuse gesteckt, die Laschen umgebogen, die Schnecke auf die Motorwelle gesteckt und zur Sicherheit einen Funktionstest gemacht. Der Motor sollte jetzt mit einer 1,2 V Akkuzelle AAA problemlos anlaufen und fast geräuschlos drehen.
Danach wird die Nockenwalze montiert.
Nun noch die drei Zungenschalter gereinigt und die Assistmotor-Einheit wieder an das Laufwerk geschraubt.

Und nun läuft das Deck wieder testweise und ich hoffe, dass nun alle Baustellen abgearbeitet sind.
Fortsetzung folgt ...

Gruß, Bob.
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#12
(15.09.2020, 22:19)AnalogBob schrieb: [...]
Und nun läuft das Deck wieder testweise und ich hoffe, dass nun alle Baustellen abgearbeitet sind.
Fortsetzung folgt ...

Gruß, Bob.

Der Bob ist ein großer Zauberer vor dem Herren King1
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#13
Hallo AnalogBob
ich wünschte ich hätte Dein Knowhow und vor allem Dein Werkzeug !
ich habe auch ein KX 1100 G und es läuft wieder, seit ich vor ein paar Monaten das Bremsriemchen getauscht habe,  sah aus wie eine angelutschte Lakritzschnecke.
Alles ist funktioniert und der Klang ist immer noch sehr gut.
Meine Frage: Weisst Du, welchen Wert hat der Entstörkondensator auf dem Netzteil hat ? Dem traue ich nicht über den Weg, auch wenn er äußerlich noch OK ist.
Danke !
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#14
Wie ist die Meinung hier?
Gleitlager ölen oder nicht?
Eigentlich laufen die trocken.
Öl kann wieder verharzen.
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#15
(16.10.2020, 19:25)Wojomebo schrieb: Hallo AnalogBob
.....Meine Frage: Weisst Du, welchen Wert hat der Entstörkondensator auf dem Netzteil hat ? Dem traue ich nicht über den Weg, auch wenn er äußerlich noch OK ist.
Danke !

Davon gibt es zwei Stück. Einer an der Primärwicklung des Trafo und einer am Netzschalter.
Laut Schaltplan C1 + C2, die haben jeweils 0,01 µF und vermutlich 250 V Spannungsfestigkeit.

Die sind aber mMn nicht als Knallfrösche bekannt. Ich habe die noch nie ausgewechselt, da bisher nicht erforderlich. Ich bin aber auch nur ein KüTi-Bastler und habe nicht hunderte Geräte dieser Art in der Mache gehabt.

Gruß, Bob.
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