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good-old-hifi August 2013
#1
Nachdem Bäcker Schmidt überlegt hatte, in der Bäckerzeitung nix mehr zu schreiben, gibt es jetzt aber doch wieder neues aus der Backstube Lipsrsealed2

1981 kam Marantz mit dieser Vor-/Endverstärkerkombination auf den Markt. Die SC-8 (Vorverstärker) und SM-8 (Endverstärker) aus der so genannten Esotec-Serie, lösten ihre Vorgänger SC- und SM-6 ab. Die Besonderheit dieser 16,3 kg schweren Endstufe liegt darin dass ab einer bestimmten Leistung (ca. 30 Watt) von Class-A auf Class-B umgeschaltet wird - es sind also je zwei Endstufen (eine kleine und eine große) pro Kanal vorhanden, die große leisten jeweils 120W sinus an 8 Ohm. Der Vorverstärker erhielt einen MC-Eingang. Diese Kombi wurde recht teuer angeboten und leider nur in Japan mit unglaublich hübschen Holzgehäusen ausgeliefert.

[Bild: sm-8.JPG]
(Bild von Audio Database)

Bei mir musste ein arg misslungener Reparaturversuch korrigiert werden, da der Vorreparateur leider keinen Zugriff auf gute, alte Sanken-Transistoren hatte und statt dessen Nachbauten aus China einbaute, die die Endstufe zu häufigem Abschalten unter lautem Gebrumm veranlasste. Ebenso habe ich die Drahtzementwiderstände gegen Metallbandwiderstände ausgetauscht - mehr aus optischen Gründen zwar - aber das gehört halt so. Ausserdem gab es noch neue Lampen, zudem wurden die Relaiskontakte mit Metarex poliert.

[Bild: Marantz_SM_8_03_94535_Eging_am_See.jpg]

Ein Blick in die geöffnete Endstufe zeigt links den fetten Netztrafo, darüber die heat-pipe (ein relativ kleiner Kühlkörper mit einem geschlossenen Kupferrohr daran, der die Wärme mit einer Kühlflüssigkeit im Innern des Rohres rasch abtransportiert) - diese war in den frühen 80ern stark in Mode. Rechts neben dem Trafo vier Elkos (zwei für die kleinen Endstufen, zwei für die großen).

[Bild: Marantz_SM_8_01_94535_Eging_am_See.jpg]

Ein Blick unter die Treiberplatine, dort schmiegt sich eine Class-B-Endstufe mit vier Sanken-Transistoren (2SA1186 und 2SC2837) an das heat-pipe-Rohr. Davor die Metallbandwiderstände mit jeweils 0,27 Ohm/5 W.

[Bild: Marantz_SM_8_05_94535_Eging_am_See.jpg]

Nun ist die gesamte Endstufe zu sehen, natürlich ohne das Holzgehäuse aus Japan (würde sich fast lohnen, es von Niko nachbauen zu lassen!) und leider auch ohne die Abdeckung vorne unten, hat der Besitzer nicht mitgeschickt.

[Bild: Marantz_SM_8_06_94535_Eging_am_See.jpg]

Von vorne dominiert das typische Marantz-Blau, auch wenn es hier nur indirekt angeleuchtet wird.

[Bild: Marantz_SM_8_07_94535_Eging_am_See.jpg]

[Bild: Marantz_SM_8_08_94535_Eging_am_See.jpg]

[Bild: Marantz_SM_8_09_94535_Eging_am_See.jpg]

Die Endstufe wirkt hochwertig zurückhaltend, macht auf mich aber innen leider keinen sehr hochwertigen Eindruck. Irgendwie hat da schon der kaufmännische Rotstift aus Holland (Philips) schon in Japan bei Superscope regiert.

[Bild: Marantz_SM_8_04_94535_Eging_am_See.jpg]

Noch ein Blick von hinten, beeindruckend ist der goldfarbene Hammerschlaglack der Gehäuse bei dieser Kombination, so etwas findet sich sehr selten.

[Bild: Marantz_SC_8_01_94535_Eging_am_See.jpg]

Der Vorverstärker SC-8 ist in der gleichen Art und Weise aufgebaut. Schiebeschalter überwiegen hier, allerdings von Bowdenzügen durch Drehbewegung oder kippen betrieben. Das Ausgangsrelais wurde erneuert, ebenso wie sechs Netzelkos, da sich diese bereits deutlich wölbten an der Kappe oben. Die 820µF wurden alle durch 1000µF ersetzt, beide Geräte wurden auch auf 240 Volt umgestellt.

[Bild: Marantz_SC_8_04_94535_Eging_am_See.jpg]

[Bild: Marantz_SC_8_03_94535_Eging_am_See.jpg]

Eine auffällige Besonderheit der Esotec-Reihe sind die getrennten Bass- und Höhenregler für jeden Kanal.

[Bild: Marantz_SC_8_07_94535_Eging_am_See.jpg]

[Bild: Marantz_SC_8_06_94535_Eging_am_See.jpg]

[Bild: Marantz_SC_8_05_94535_Eging_am_See.jpg]

Für so eine Kombination musste man seinerzeit zwischen vier und fünf Tausend DM hinlegen, was schon viel Geld war. Ein etwa gleichstarker Vollverstärker war 1981 für etwa 1200-1500 DM zu haben.

[Bild: Marantz_SC_8_08_94535_Eging_am_See.jpg]

Der obligatorische Blick von hinten auf den Vorverstärker beschließt den heutigen Beitrag.

Die Geräte wurden sorgfältig und preiswert überarbeitet, spielen wieder frisch auf - wurden aber nicht revidiert im Sinne von "alle Bauteile, die kaputt gehen könnten, wurden ausgewechselt". Ich bitte dies dem Bäcker Schmidt nachzusehen. Er backt halt normale Brötchen, nicht weil es die besten sind, die es gibt, sondern weil die allermeisten Leute genau solche haben wollen. Zahnlos

Drinks
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#2
Thumbsup Danke Armin.
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#3
Die beiden sehen aus,als kämen sie frisch vom Band.Würd mich nicht wundern,wenn sie jahrelang einen 'Dornröschenschlaf' hielten.
Kai
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#4
Nein wirklich nicht. Vor der Reinigung sah man ihnen durchaus die täglich Benutzung an.

Drinks
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#5
Danke Armin wieder einmal für einen tollen Bericht von einem interessanten Gerät.
Schön das die Bäckerpost weiter geliefert wird.
Sag mal ist da beim SC8 nachträglich irgendwas mit den Phonoeingängen passiert? Das sieht irgendwie merkwürdig aus.
Alsio da wo der Zettel Preout klebt...

Gruß Tom
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#6
Thanx Armin.

AtTom, heisst die nicht Bäckerblume Sad2

VG Peter Drinks
"We learned more from a three minute record than we ever learned in school" , Bruce Springsteen in "No surrender" played als Song 2 im Mai 2013 in Hannover Dance3 Dance3
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#7
Humor ist, wenn man trotzdem lacht!
Dank dem Baecker, dass er weiter seine Backwaren zeigt!
Gruß
Malte

Die besten Jahre kommen doch nach 45! Das war bei Deutschland auch so. - Stromberg -
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#8
Das gelbe Zettelchen habe ich versehentlich nach dem Putzen an die Pre-Outs statt an die Phono-Buchsen gesetzt. Dann habe ich es auf dem Foto gesehen und flugs nochmal den Karton geöffnet und das Dingen zurück...Floet

Drinks
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#9
Die beiden MARANTZe waren nicht so teuer, Armin - der Preamp kostete 1200, die Endstufe 1600 Märker. Oldie

________________________________

Groetjes Frank
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#10
Vielen Dank, Herr Bäcker Schmidt.

Tolle Doku. Thumbsup


Gruß Jürgen

auch Ich hatte eine schwere Kindheit, bis zu meinem 5ten Lebensjahr dachte ich mein Name sei "NEIN!" Raucher


Anon Die Kunst des Fliegens besteht darin, sich auf den Boden zu schmeissen und diesen zu verfehlen. ( Douglas Adams ) ...

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#11
(10.08.2013, 14:36)Armin777 schrieb: Nachdem Bäcker Schmidt überlegt hatte, in der Bäckerzeitung nix mehr zu schreiben, gibt es jetzt aber doch wieder neues aus der Backstube Lipsrsealed2
Und das ist auch gut so!
Ich melde mich zwar selten zu Wort, lese aber immer gerne hier mit. Und kann es nebenbei bemerkt kaum erwarten, bis mein Onkyo A-10 wieder aufgepeppelt bei mir steht. Smile
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#12
Danke das Bäcker Schmidt sich nicht von unnötigem Geschwaffel beeindrucken lässt.

Schöne Geräte toller Bericht

Danke!Thumbsup
Beste Grüsse

Herbert

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#13
(10.08.2013, 21:58)mmulm schrieb: Danke das Bäcker Schmidt sich nicht von unnötigem Geschwaffel beeindrucken lässt.

+1
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#14
Schick schick! Dieses Marantz-Blau ist schon toll. Mich hat nur dieser Satz gewundert:

Die Endstufe wirkt hochwertig zurückhaltend, macht auf mich aber innen leider keinen sehr hochwertigen Eindruck.

Außen hui - innen pfui? Hätte ich nicht gedacht. Trotzdem zwei schöne Geräte! Danke fürs Zeigen!
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#15
Backwahn is back - danke Armin Thumbsup


************

Thomas
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#16
Warum muss ich, wenn ich vom Bäcker lese, nur an Gärtner und Säge denken? Denker

UndWeg
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#17
Auf dass du keine Mehlstauballergie bekommst ...Floet

Danke mal wieder, sehr nette Teile !

Gruß

Tom
[Bild: tumblr_nby2t4stqy1qag8pula.gif]
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#18
Freut mich sehr, dass es hier weiter geht mit Berichten aus der "good-old-Bäckerstube" ! Thumbsup

DANKE ! Drinks
Grüße Alex Hi
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#19
Danke fürs Zeigen und dass es weiter geht Thumbsup Drinks
Net ufrescha. Bringt eh nix Kaffee

Die Sonne scheint immer©
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#20
Danke für's Zeigen dieser schicken Kombi, 'nen Kumpel von mir hat die auch, als Zweitanlage im Arbeitszimmer.
Dazu hat er den ST-600 Tuner.
Im Class-A Betrieb klingt die einfach umwerfend.

Und nochmals Danke für das weitere Erscheinen der Bäckerei-Depesche Freunde

Viele Grüße

Wernsen
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#21
Tolles Blau!
Schön, dass es hier weitergeht. Dafür "Danke".Thumbsup

Holger Drinks
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#22
Danke für den tollen Bericht, Armin.

Verwunderlich ist Deine plötzliche Zurückhaltung bei der Geraffelbeschreibung: Auch wenn's uns allen manchmal schwerfällt zu akzeptieren, dass der geliebte Krempel nicht immer so dolle kann, wie wir es hören wollen (ich weiß noch, wie Du meine Saba V kritisch bewertet und - zurecht! - als mit den modernen Tröten nicht vergleichbar eingestuft hast Drinks ) - nur nicht vom Geschwurbel unterkriegen lassen! Ohne Neider keine Erfolge!
Hören und hören lassen.
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#23
So, nun eine Vorstellung eines Yamaha Vorverstärkers von 1979 (in Japan bereits 1978), der über eine fantastische Phono-Vorverstärker-Abteilung verfügt - der YAMAHA C-4. Nicht weniger als drei Phono-Eingänge sind vorhanden und an nahezu jede Eventualität anpassbar: MM oder MC, Empfindlichkeit von 0,1mV bis 10 mV, Impedanz von 100 Ohm bis 100kOhm, und Kapazität von 100 bis 470pF einstellbar - da bleibt kein Wunsch offen. Zudem gibt es viele Einsatzfrequenzen für Bass- und Höhensteller, getrennte Aufnahme und Wiedergabezüge (z.B. Aufnahme vom Tuner gleichzeitig mit Phono-Wiedergabe oder umgekehrt). Außerdem wurde bei diesem Modell, ebenso wie bei der dazu passenden Endstufe M-4 das mit dem bekannten Verstärker A-1 eingeführte Design (schwarz mit von hinten beleuchteten, transparenten Tasten) konsequent fortgesetzt - bis heute ein echter Hingucker! Mit 8.7 kg und rund 1.400 DM Neupreis schon ein Schwergewicht für einen Vorverstärker.

Leider war das Exemplar auf meinem Tisch ziemlich krank, es gab ein defektes Netzteil, defekte, bzw. schlecht ersetzte Lampen, Dutzende von kalten bis sehr kalten Lötstellen und einen ausgelaufenen Kondensator.

[Bild: Yamaha_C_4_02_18435_Stralsund.jpg]

Hier sieht man ein Stück der Platine, auf der die ausgelaufene Flüssigkeit den grünen Schutzlack bereits weggefressen hat und das Kupfer schon ein wenig angenagt, auch gab es bereits eine Leiterbahnunterbrechung. Daher habe ich das alles mit einem Glasfaserpinsel blank gerubbelt und dann mit dem Lötkolben verzinnt - so oxidiert dort nichts mehr.

[Bild: Yamaha_C_4_014_18435_Stralsund.jpg]

Das ist der kleine Übeltäter, ein 33µF 16V. Am rechten Anschlussdraht kann man sehen, dass er ausgelaufen ist.
Erstaunlicherweise zeigte der Kamerad am ESR/Kapazitätsmessgerät noch vernünftige Werte - diese Werte sagen also auch nicht immer die Wahrheit...

[Bild: Yamaha_C_4_013_18435_Stralsund.jpg]

[Bild: Yamaha_C_4_01_18435_Stralsund.jpg]

Ein Blick in das offene Gerät von oben(!), denn die Platinen hängen alle kopfüber im Gerät - vermutlich die Hauptursache für die vielen, vielen kalten Lötstellen, für die diese Geräteserie (auch C-2 und C-2A) leider bekannt ist. Die Wärme steigt halt nach oben und macht die Lötstellen mit der Zeit mürbe.

[Bild: Yamaha_C_4_03_18435_Stralsund.jpg]

Von unten blickt man dann "richtig" in das Gerät hinein und erkennt den wirklich extrem aufwändigen Aufbau.

[Bild: Yamaha_C_4_04_18435_Stralsund.jpg]

Ein sehr teures Mehrfach-Poti von Panasonic (Matsushita) für Lautstärke.

[Bild: Yamaha_C_4_05_18435_Stralsund.jpg]

Völlig verschleißfreie Reed-Relais, das sind Kontakte in evakuierten Glasröhren, die induktiv geschaltet werden.

[Bild: Yamaha_C_4_06_18435_Stralsund.jpg]

Und die kaum zu übertreffende Phonostufe, mit einem Irrsinnsaufwand.

[Bild: Yamaha_C_4_07_18435_Stralsund.jpg]

Von aussen, wie bei Yamaha üblich, sachlich nüchtern, aber klassisch und zeitlos gestylt.

[Bild: Yamaha_C_4_08_18435_Stralsund.jpg]

[Bild: Yamaha_C_4_09_18435_Stralsund.jpg]

Die beleuchteten Schalter erhielten neue, sehr langlebige Lampen (Fabrikat JKL) und neue, farbige Gummiüberzieher in gelb und grün. Das leuchtet wieder wie damals.

[Bild: Yamaha_C_4_010_18435_Stralsund.jpg]

[Bild: Yamaha_C_4_011_18435_Stralsund.jpg]

Noch ein Blick auf die Rückseite. Es gibt, wie gesagt, drei Phonoeingänge (1x MC, 2x MM), Tuner, Aux und zweimal Tape, dazu noch zwei PRE OUT-Ausgänge. Die Phonobuchsen sind alle vergoldet.

[Bild: Yamaha_C_4_012_18435_Stralsund.jpg]

Und ganz rechts findet sich der Spannungsumschalter (der Besitzer hatte ihn noch nicht entdeckt) und die US-Steckdosen. Natürlich wurde das Gerät auf 240V umgestellt und die US-Steckdosen wurden spannungslos gemacht (wegen der VDE-Vorschriften).

Ein wundervoller Vorverstärker!

Drinks
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#24
Der gefällt hier beschtümmt nicht nur mir Thumbsup Danke für die Einblicke Drinks
Net ufrescha. Bringt eh nix Kaffee

Die Sonne scheint immer©
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#25
Tolles Teil, vor allem wegen der Phono-Vorstufe!
Gab's eigentlich anständige Phono-Vorverstärker von Yamaha? Denker
Hören und hören lassen.
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